Neuorganisation Frankfurter Bankgesellschaft gründet Holding und bindet mehr Sparkassen an

Holger Mai

Holger Mai: Der Geschäftsführer der Frankfurter Bankgesellschaft wird künftig unter das Dach einer neuen Holding umziehen. Foto: Frankfurter Bankgesellschaft

Die Frankfurter Bankgesellschaft hat in einer Pressemitteilung zum aktuellen Geschäft eine Neustrukturierung bekanntgegeben: Das Institut gründet bis zum Januar 2024 eine Holding in Frankfurt am Main, unter der der Hauptsitz in Zürich und die Tochterbank in Frankfurt aufgenommen werden sollen. Auch das Family Office und die Mehrheitsbeteiligung an Imap werden künftig in der Holding angesiedelt – während die operativen Funktionen unangetastet bleiben.

Neue Aufsichtsbehörden und neue Rekorde bei Anbindungsquote

Die Neuorganisation hat auch tiefgreifende Folgen im Aufsichtsrecht: Weil die Holding in Frankfurt am Main sitzt, wird die Frankfurter Bankgesellschaft nicht mehr von der Schweizer Aufsichtsbehörde Finma beaufsichtigt, sondern vom deutschen Pendant Bafin und der Europäischen Zentralbank. Zusammen mit Holger Mai, dem Geschäftsführer der Gruppe, wechseln dessen Zuständigkeiten Strategie & Beteiligungsmanagement, Marketing & Kommunikation, Sparkassenbetreuung und ausgewählte Steuerungsfunktionen von der Schweizer Aktiengesellschaft in die neue Holding. Alleinaktionären bleibt die Landesbank Hessen-Thüringen, die Helaba.

Im vergangenen Jahr konnte die Frankfurter Bankgesellschaft mehr Sparkassen anbinden. Bereinigt um Fusionen stieg die Kooperationsquote auf einen Rekordwert von 77,6 Prozent. Damit bieten insgesamt 287 Sparkassen ihren Kundinnen und Kunden mit einem liquidem Vermögen von mehr als einer Million Euro eine Betreuung durch die Privatbank an. Das insgesamt verwaltete Vermögen stieg auf 16,6 Milliarden Euro an.


Zudem entschieden sich im Laufe des Jahres 2021 zehn weitere Sparkassen dazu, die White-Label-Dienstleistungen der Frankfurter Bankgesellschaft für die Vermögensverwaltung – die VVS – zu nutzen. Zum Jahreswechsel lag die Zahl der Sparkassen, die die Dienste von Vermögen jenseits der 250.000-Euro-Marke nutzen, bei 60 und ist inzwischen auf 65 gestiegen. Weitere Institute sollen im Laufe des Jahres dazukommen. Das verwaltete Vermögen lag Ende April bei rund 2,7 Milliarden Euro.