UAM-Report Diese 10 unabhängigen Asset Manager sind bestens aufgestellt

Platz 10: Aramea

Platz 10: Aramea | © Aramea

Mitgründer Markus Barth (links) und Sven Pfeil bilden den Vorstand des unabhängigen Asset Managers Aramea. © Aramea

Score: 4,06 von 5 möglichen Punkten

Anmerkung von Professor Mühlbradt: „Aramea ist einer der großen UAM in Deutschland und auf Beratungsdienstleistungen insbesondere für institutionellen Investoren fokussiert. Die Kunden schätzen den UAM speziell als Rentenmanager. Dieser Job ist in der heutigen Zinssituation bekanntlich eine gewaltige Herausforderung. Hier hat Aramea Lösungen gefunden. Das erfahrene Management stammt weitgehend von der früheren Kapitalverwaltungsgesellschaft Nordinvest. Von dort dürften auch etliche Kunden gekommen sein. Das ist ein Grund dafür, dass Aramea seit  Gründung 2008 ein beträchtliches Wachstum hingelegt hat, was sich positiv auf die Stärke der Marktpositions- und des Unternehmenserfolgs auswirkt.“

--------------------------------------------------------------------------------------


Finanzresearch hat erneut die Stärken und Schwächen unabhängiger Asset Manager (UAM) in Deutschland untersucht. Die Daten für den UAM-Report entnimmt das Münchener Analysehaus unter Leitung von Geschäftsführer Prof. Dr. Frank W. Mühlbradt in erster Linie den testierten Jahresabschlüssen. Dem UAM-Report 2021 liegen die Daten des Geschäftsjahres 2019 zugrunde.

In das Analyseuniversum gehen in erster Linie die an der Höhe ihrer Provisionserträge gemessenen Top 100 der unabhängigen Asset Manager ein. Unternehmen, die 14 Monate nach Geschäftsjahresende 2019 zu einem publizierten Jahresabschluss 2019 nicht in der Lage waren, bleiben außen vor.

Die Unternehmensstärke der UAM bewertet das Münchener Unternehmen anhand der vier Kriterien Marktposition (15 Prozent), Krisenresistenz (25 Prozent), Transparenz (25 Prozent) und Unternehmenserfolg (35 Prozent). Das Untergewicht der Marktposition erfolgt, damit Finanzresearch nicht von vornherein die an den Provisionserträgen gemessenen großen Anbieter auch als starke Marktteilnehmer definiert. Der Unternehmenserfolg erhält mehr Gewicht für den Gesamt-Score, weil er in seiner praktischen Relevanz die anderen Kriterien dominiert.

Kriterium 1: Marktposition (15 Prozent)

Die Stärke der Marktposition misst Finanzresearch anhand folgender Aspekte: Höhe der Provisionserträge, Höhe der Assets under Control (AuC) und Mitarbeiterzahl.

Ordnet man die UAM nach ihren Provisionserträgen, dann springt ins Auge: Im Prinzip machen schon länger um die 100 Gesellschaften den Markt der unabhängigen Vermögensverwaltung in Deutschland aus. Natürlich gibt es in der Gruppe der Top 100 Auf- und Absteiger. Die Asset Manager jenseits der Top 100 sind eher bedeutungslos. Ihre Relevanz nimmt in den vergangenen Jahren sogar noch weiter ab.

Die Punktevergabe erfolgt je nach der Positionierung des UAM anhand der Provisionserträge. Die Assets under Control, die die verwalteten und eventuell die administrierten Assets umfassen, weisen nur 147 der 447 erfassten UAM aus. Erfolgt bei den AuC keine Angabe, erhält der betreffende UAM keine Punkte. Ansonsten erfolgt die Punktevergabe nach definierten Intervallen der Höhe der Assets.

Unter anderem verfügen starke Unternehmen über Teams für qualifizierte Anlageentscheidungen und über spezialisierte Mitarbeiter, die die  Regulierungsauflagen erfüllen. Auf der anderen Seite gibt es tatsächlich im Gesamtmarkt viele UAM ohne einen einzigen Vollzeit-Mitarbeiter. Bei ihnen ist der alleinige Geschäftsführer beispielsweise zu 50 Prozent mit der Erfüllung von administrativen Aufgaben ausgelastet. Das eigentliche Investmentmanagement rückt mit einem Zeitanteil von 50 Prozent beinahe in den Hintergrund. Solche Unternehmen stehen wohl eher schwach da. Deshalb berücksichtigt Finanzresearch die Höhe der Mitarbeiterzahl entsprechend in der Rechnung .

Kriterium 2: Krisenresistenz (25 Prozent)

Je länger ein Unternehmen geschäftlich aktiv ist, desto geringer das Exit-Risiko. Das bestätigt die Empirie. Auch die Höhe der Bilanzsumme eines Asset Managers wird analog zur Regel „too big to fail“ entsprechend ausgelegt. Die Höhe der haftenden Eigenmittel wie auch das Verhältnis der Eigenmittel zu den Provisionserträgen erachtet Finanzresearch ebenfalls als deutliches Merkmal für Krisenresistenz.

Bemerkenswert ist: Die Asset Manager fahren speziell bei den Eigenmitteln eine sehr unterschiedliche Unternehmenspolitik. Oft werden – wenn möglich – hohe Gewinnausschüttungen vorgenommen, sodass rückläufige Provisionserträge in einem Jahr dann in Bilanz und Erfolgsrechnung Spuren bis hin zu roten Zahlen hinterlassen. Ein UAM, der seinen Kunden hohe Anlageerfolge verspricht, selbst aber für sein Unternehmen rote Zahlen abliefert – das passt nicht zusammen. Aber es gibt auch Marktteilnehmer mit hohen Eigenmitteln, die sie oft noch Jahr für Jahr ausbauen.

Kriterium 3: Transparenz (25 Prozent)

Eine offene, umfassende, zeitnahe und verständliche Kommunikation mit Kunden und sonstigen Geschäftspartnern ist in einer Gesamtschau nicht unbedingt eine Stärke der deutschen Finanzindustrie. Das gilt auch für die Vermögensverwaltungsbranche: Transparenz ist bei etlichen UAM eine Baustelle.

Sechs Aspekte spielen beim Transparenz-Kriterium eine maßgebliche Rolle: die zeitliche Lücke zwischen Veröffentlichung eines Jahresabschlusses und dem Ende des Geschäftsjahres (1), die Publizität der AuC (2), die Nennung der Gesellschafter oder Aktionäre mit genauen Anteilsquoten (3), die Nennung der Bezüge der Organe (4), die exakte Beachtung gesetzlicher Vorschriften (5) und die nachvollziehbare Publizität der Ergebnisverwendung (6). Die Bandbreite, wie sich die Unternehmen hierbei präsentieren, ist beträchtlich. Es gibt durchaus Asset Manager, die zu 100 Prozent alle Transparenz-Kriterien erfüllen. Andere bevorzugen hingegen weitgehende Intransparenz.

Kriterium 4: Unternehmenserfolg (35 Prozent)

Der Unternehmenserfolg eines UAM wird mit vier Kennziffern beurteilt: der Cost-Income-Ratio, dem Leanness-Faktor, der Profitabilität gemessen an der Umsatzrendite und der Profitabilität gemessen am Jahresergebnis. Bei den letzten beiden Kennziffern erfolgt die Punktevergabe nach dem Quintil, in dem sich der jeweilige UAM unter den Top 100 befindet.

Auswertung

Der maximal erreichbare Gesamt-Score bei der Analyse der Unternehmensstärke ist der Wert 5.

29 UAM der Top 100 haben sich verbessert oder sogar stark verbessert. Mit einer befriedigenden Unternehmensstärke schneiden 28 UAM ab, 18 mit gut und 15 mit sehr gut. Zehn unabhängige Asset Manager können sich mit der Note hervorragend vom Rest des Feldes absetzen. Der Kreis der Elite ist also gemäß dem quantitativen Approach von Finanzresearch überschaubar.

Den UAM-Report 2021 mit einer Fülle von Details speziell zu den Top-100-UAM können Sie hier bestellen.

Mehr zum Thema

nach oben