Analyse realer Family-Office-Mandate Vermögensverwalter driften bei Aktienquote auseinander

Das Multi Family Office Segura & Jesberger analysiert regelmäßig die Positionierung von Vermögensverwaltern bei Großkunden mit einem Gesamtvermögen von mehr als 30 Millionen Euro. Die Auswertung erfolgt auf Basis einer dreistelligen Anzahl real vergebener Mandate bei mehr als zwei Dutzend Vermögensverwaltern im In- und Ausland.

Die aktuelle Untersuchung zeigt, wie Vermögensverwalter im zweiten Quartal 2021 die Aktienquote in Verwaltungsmandaten gesteuert haben und stellt den Vergleich zu den Vorquartalen dar.

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Derzeit positionieren sich alle beobachteten Verwalter mit einer Übergewichtung in Aktien. Die Positionierung ist damit weiterhin prozyklisch.

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Erst bei der Analyse des Ausmaßes der Übergewichtung wird deutlich, dass sich die Positionierung verändert hat. Im Mittel aller analysierten Mandate wurde die Aktienquote erstmals seit März 2020 verringert. Ausgehend vom Höchstniveau von 81,6 Prozent im März 2021 wurde die Quote im Juni um 5,6 Prozentpunkte auf 76,0 Prozent heruntergefahren. 

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Auf Ebene einzelner Vermögensverwalter zeigt sich nach langer Zeit wieder eine deutlich heterogene Aufstellung der Adressen. Der Anteil jener, die die Aktienquote verringert haben (46 Prozent) und derer mit einer Erhöhung (54 Prozent) ist nahezu ausgeglichen. Am häufigsten erfolgte eine Anhebung der Quote von bis zu 5 Prozent, was durch die positive Marktentwicklung erklärbar ist.

Die „Aktienverkäufer“ haben die Quoten deutlicher reduziert als die optimistischen Verwalter. Als Gründe der „Vorsichtigen“ wurden die möglicherweise zu schnelle Markterholung und die Sorge vor Inflation und einer Delta-Welle angeführt.

Zur Methodik der Positionierungsanalyse

Das Family Office berichtet und kontrolliert individuelle Vermögensverwaltungsmandate mit einem Volumen von 5 bis 50 Millionen Euro pro Mandat. Für die Verwalter besteht die Möglichkeit, sich in einem gegebenen Gewichtungsband zwischen einer Mindestquote und einer Maximalquote für Aktien zu positionieren. Ergänzend wird zwischen der Mindest- und Maximalquote eine neutrale Gewichtung definiert.

Für die Analyse werden zunächst unterschiedliche Mandatsausgestaltungen normiert: Das Mindestgewicht wird mit 0 Prozent, die neutrale Gewichtung mit 50 Prozent und die Maximalgewichtung mit 100 Prozent definiert. Als neutral gewichtet in Aktien gilt, wer sich in einem Band von 2,5 Prozent um die normierte neutrale Aktienquote positioniert. Bei höheren Aktiengewichtungen erfolgt die Eingruppierung als Übergewichtung, darunter als Untergewichtung.


Über die Autoren:

Thomas Segura & Markus Jesberger sind Gründer und geschäftsführende Gesellschafter des Multi Family Office Segura & Jesberger. Segura besitzt langjährige Erfahrung aus leitender Position im Private Banking einer Privatbank und als Geschäftsführer eines Family Office.

Jesberger ist seit mehr als 25 Jahren im Private Banking tätig, zuletzt als Family Office-Geschäftsführer und Mitglied des Verwaltungsrats bei verschiedenen europäischen Family Office-Organisationen einer Privatbank.