Marktest Die Gewinner im Euro-Private-Banking-Test

Sofitel Bayerpost in München

Sofitel Bayerpost in München: Hier fand die Endrunde des Euro-Private-Banking-Tests statt, bei dem vier Geldverwalter vor dem Testkunden ihre Anlagevorschläge präsentierten. Foto: Von Michael J Fromholtz - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Wiki-Commons

Der Vermögensverwalter VZ Vermögenszentrum aus der Schweiz gewinnt den diesjährigen Private-Banking-Test der Euro-Jury. Ausschlaggebend war in einer Finalrunde von vier Geldverwaltern die Live-Präsentation vor dem Testkunden, dem Unternehmer Torsten Iben.

Der Schweizer Finanzdienstleister, der in Deutschland Niederlassungen in Düsseldorf, Frankfurt, München und Nürnberg unterhält, bot aus Sicht der Jury am Ende den stringentesten Auftritt aller vier Finalisten und lag damit knapp vorn. Die anderen drei Endrundenteilnehmer – Bethmann Bank, Merck Finck und Vontobel – reihen sich jedoch nur marginal hinter der Leistung von VZ Vermögenszentrum ein. In der vorherigen Auswertung der Anlagevorschläge durch die Euro-Redaktion und dem Institut für Vermögensaufbau (IVA) lagen alle vier Anbieter nahezu gleich auf, weshalb die Präsentation vor dem Testkunden diesmal besonders relevant war.

4 Millionen Euro – der Testfall des Euro-Private-Banking-Tests

Mit dem Unternehmer Torsten Iben präsentiert die Euro-Redaktion einen Testkunden, der sein investiertes Kapital von 4 Millionen Euro bislang selbst verwaltet und diese Aufgabe gern an eine Bank oder einen Vermögensverwalter übertragen möchte. IVA und Euro-Redaktion zimmerten daraus einen Testfall mit folgenden Vorgaben:

  • Anlagesumme: 4 Millionen Euo
  • Anlagehorizont: langfristig
  • Aktienquote: 60 bis 70 Prozent
  • Zielrendite: 5 Prozent pro Jahr nach Kosten
  • Ausschüttungen: nicht notwendig
  • Nachhaltigkeit: bedingt erwünscht

Angeschrieben haben die Tester mit diesen Eckdaten 21 Banken und Vermögensverwalter. 15 Institute reichten schließlich Anlagevorschläge ein. Fünf angeschriebene Adressen sagten ihre Teilnahme ab, weil sie vorab mit dem Testkunden persönlich sprechen wollten. Diesen Wunsch erfüllte die Jury nicht, um die Geheimhaltung des Private-Banking-Test zu wahren. Dies dürfte auch der Grund sein, weshalb die Berenberg Bank als Vorjahressieger des Tests dieses Jahr keinen Anlagevorschlag eingereicht hat und damit nicht in den Ergebnissen auftaucht.

Sechs Kriterien – So wertet der Euro-Private-Banking-Test

Die Anlagevorschläge der 15 Institute analysierte das IVA anhand folgender Kriterien:

  • Interaktion (10 Prozent)
  • Ganzheitlichkeit (15 Prozent)
  • Transparenz (15 Prozent)
  • Kosten (20 Prozent)
  • Risikoanalyse (10 Prozent)
  • Portfoliostruktur (30 Prozent)

Bei der Interaktion prüft das IVA etwa, wie schnell und professionell die Banken auf die Anfrage reagierten. Beim Punkt Ganzheitlichkeit sollen die Institute möglichst gut auf die Gesamtsituation des Falls eingehen und mit ihren eigenen Fähigkeiten in Einklang bringen. Bei der Portfoliostruktur analysiert das IVA unter anderem, wie gut die ausgewählten Aktien, Anleihen oder ETFs mögliche Risikoquellen systematisch gestreut haben oder inwiefern das gesamte Portfolio zum Risikoprofil des Kunden passte.

Ergebnisse Euro-Private-Banking-Test 2021

Bank/Vermögensverwalter Note Kommentar der Jury
VZ Vermögenszentrum sehr gut „Überzeugender Auftritt, Testsieger dank der Präsentation vorm Testkunden”
Bethmann Bank sehr gut „Gewohnt souverän, viertes Jahr die Note sehr gut in Serie”
Merck Finck sehr gut „Etabliert sich das zweite Jahr in Folge in der Spitzengruppe”
Vontobel sehr gut „Hält sein hohes Niveau aus dem Vorjahr”
Hauck & Aufhäuser gut „Bleibt in Sichtweite zur Spitzengruppe”
BW-Bank gut „Aufsteigende Tendenz, verbessert sich um eine Note gegenüber dem Vorjahr”
M.M. Warburg & CO gut „Warburg hält Kurs”
Deutsche Bank befriedigend „Glänzt nicht überall, offeriert aber ein hervorragendes Depot”
Oddo BHF befriedigend „Fällt wieder auf eine befriedigende Leistung zurück”
Fürst Fugger Privatbank befriedigend „Bleibt auf dem Niveau der Jahre 2019 und 2020”
Commerzbank befriedigend „Exzellentes Depot, fällt aber insgesamt auf eine befriedigende Bewertung zurück”
Fürstlich Castell´sche Bank befriedigend „Erstmals nach vielen Jahren wieder getestet, günstigtes Angebot aller Anlagevorschläge”
Quirin Privatbank ausreichend „Depotvorschlag enthält überwiegend ETFs, die Bank geht aber zu wenig auf Situation des Testkunden ein.
UBS ausreichend „Vielfach nicht auf dem Niveau anderer Institute, daher gehts eine Note runter”
Julius Bär ausreichend „Verschlechtert sich abermals um eine Note, keine hinreichende Leistung im Institutsvergleich”

Die vollständigen Testergebnisse finden Sie in Ausgabe 12/20 des „Euro“ Magazins auf den Seiten 68ff.