Kampf gegen den Klimawandel WWF fordert mehr Engagement von Zentralbanken

Europäische Zentralbank in Frankfurt.

Europäische Zentralbank in Frankfurt: Die Umweltschutzorganisation WWF verlangt von Notenbankern mehr Einsatz im Klimaschutz. Foto: Imago Images / Schöning

In einem heute veröffentlichten internationalen „Call to Action“ fordern der WWF und mehr als 90 Organisationen, Nicht-Regierungsorganisationen, Denkfabriken und einzelne Personen die Zentralbanken und Finanzaufsichtsbehörden auf, alle zur Verfügung stehenden Mittel zu nutzen, um die Klimakrise zu bewältigen und den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen.

Konkret verlangen die Unterzeichnenden von Zentralbanken und Aufsichtsbehörden ...

  • ... die Begrenzung der Erderhitzung auf 1,5 Grad Celsius, Netto-Null-Emissionen bis zum Jahr 2050 und die Naturverträglichkeit bis zum Jahr 2030 als neue Anker für die Umsetzung ihrer Mandate zu nutzen.
  • ... sicherzustellen, dass Geldpolitik und Regulierungsinstrumente das finanzielle Risiko umweltschädlicher Unternehmen vollständig widerspiegeln.
  • ...  eine Verpflichtung für alle regulierten Finanzinstitute, glaubwürdige Übergangspläne für das jeweilige Geschäftsmodell zu veröffentlichen.
 

 

In einer aktuellen Mitteilung des WWF heißt es:

„Geldpolitik und Finanzregulierung müssen sich mit der erheblichen Finanz- und Preisinstabilität befassen, die durch den Verlust der biologischen Vielfalt und die globale Erwärmung verursacht werden kann. Die Weltwirtschaft und das Finanzsystem sind tief in die Natur eingebettet, die Natur geht jedoch in einem noch nie dagewesenen Tempo verloren. Zentralbanken und Finanzaufsichtsbehörden haben lediglich begonnen, die Bedrohung der Finanzstabilität und des allgemeinen Preisniveaus durch Umweltkrisen zu erkennen. Sie haben sich allerdings verpflichtet, die Klimakrise und den Biodiversitätsverlust zu bekämpfen und den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu unterstützen.“

Matthias Kopp, Leiter Sustainable Finance beim WWF Deutschland, sagt:

„Die jüngste Ankündigung der Bundesbank, einen Sustainability-Hub einzurichten, der direkt dem Vorstand der Bundesbank unterstellt ist, ist ein sehr begrüßenswerter Schritt in die richtige Richtung. Trotzdem sind die Bundesbank und die Bafin noch weit davon entfernt, Klima- und Biodiversitätsrisiken systematisch und strukturell angemessen in die Regulierung des Finanzmarkts zu integrieren. Wir erwarten, dass sowohl die Bundesbank als auch die Bafin ihre Kapazitäten so aufbauen und gestalten, dass sie in Deutschland, auf EU-Ebene, im Direktorium der EZB und allen anderen Gremien die erforderliche Dynamik beschleunigen können. Die leitende Rolle der Bundesbank im Network on Greening the Financial System kann hier große Bedeutung haben.“