Rund um Biopharma-Firma Family Office der Strüngmann-Zwillinge wickelt 650-Millionen-Euro-Deal ab

Sitz von Formycon

Sitz von Formycon: Das Unternehmen erhält Rechte an Biosimilar-Kandidaten im Wert von 650 Millionen Euro – dafür baut das Strüngmann-Family-Office seinen Einfluss beim Unternehmen aus. Foto: Formycon

Das Athos Family Office der Hexal-Gründer und Biontech-Aktionäre Andreas und Thomas Strüngmann geht eine strategische Kooperation mit der Biopharma-Firma Formycon ein. Der Gegenwert der gesamten Transaktion ist beachtlich: Es geht um 650 Millionen Euro. Die Struktur des Deals ist allerdings komplex.

Formycon bezahlt 650 Millionen Euro unter anderem durch neue Aktien

Denn: Auf der einen Seite erhält Formycon Rechte an zwei Biosimilar-Kandidaten sowie die operative Entwicklungseinheit Bioeq. Deren Wert soll sich nach einer Fair-Value-Berechnung auf 650 Millionen Euro belaufen – was wiederum einen theoretischen Preis von 83,41 Euro pro Formycon-Aktie impliziert. Das Wertpapier des Unternehmens reagierte dementsprechend auf die Veröffentlichung der Ad-hoc-Mitteilung, ihr Preis schoss seitdem um fast 20 Prozent in die Höhe und liegt nun bei etwa 65 Euro.

Die kolportierten 650 Millionen Euro für die Abtretung der Rechte und der Entwicklungseinheit erhält das Athos Family Office zum Teil durch neu emittierte Aktien aus einer Sachkapitalerhöhung, die zum errechneten Wert von 83,41 Euro je neuer Formycon-Aktie erfolgt. Diese Aktien werden über verschiedene Athos-Tochtergesellschaften gekauft – so wird Athos mit 26,6 Prozent größter Anteilseigner bei Formycon. Zusätzlich erhält das Family Office eine Beteiligung an zukünftigen Einnahmen zwei Biosimilar-Kandidaten von Formycon – in derPressemitteilung wird der Wert dieser Einnahmen auf einen mittleren dreistelligen Millionenbereich taxiert.


Zuletzt waren die Strüngmanns vor allem mit ihrer Beteiligung an Biontech in die Schlagzeilen geraten. Das Unternehmen, dessen Wert sich im Zuge der Corona-Impfstoffentwicklung vervielfachte, wird am Aktienmarkt derzeit mit über 37 Milliarden Euro bewertet. Über das Athos Family Office halten die Strüngmanns rund die Hälfte der Aktien von Biontech, was deren Vermögen in der Corona-Krise erheblich vergrößerte. Auch über eine Beteiligung an einer Novartis-Sparte, in der ihr einstiges Unternehmen Hexal aufgegangen war, wurde zwischenzeitlich im Dezember spekuliert.