Robin Deutsche Bank sagt Fintechs mit Anlageroboter den Kampf an

Digitalchef Markus Pertlwieser (l.) und Chefanlagestratege Ulrich Stephan: Die Verantwortlichen haben sich 1 Milliarde Euro AuM bis Ende 2018 zum Ziel gesetzt.  | © Deutsche Bank

Digitalchef Markus Pertlwieser (l.) und Chefanlagestratege Ulrich Stephan: Die Verantwortlichen haben sich 1 Milliarde Euro AuM bis Ende 2018 zum Ziel gesetzt. Foto: Deutsche Bank

Nach dem beinahe lautlosen Start des digitalen Vermögensverwalters Robin der Deutschen Bank geht das Institut nun mit dem neuen Anlageroboter an die Öffentlichkeit. Die Bank hofft laut Digitalchef Markus Pertlwieser auf 1 Milliarde Euro Assets under Management bis Ende 2018 – so viel wie alle deutschen Online-Vermögensverwalter aktuell gemeinsam verwalten.

Was zunächst hochgegriffen klingt, erscheint vor dem Hintergrund einer Schätzung der Unternehmensberatung Oliver Wyman nicht abwegig: Diese geht von einer durch Robos verwalteten Summe von bis zu 42 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 aus.

Dafür hat die Bank bei Robin – zusammengesetzt aus Silben der Worte Robo und Invest – einen verhältnismäßig niedrigen Mindestanlagebetrag angesetzt. Ziel ist laut Deutsche-Bank-Chefanlagestratege Ulrich Stephan, eine möglichst breite Kundschaft anzusprechen.

Ab 5.000 Euro Anlagesumme ist man dabei, auch monatliche Sparpläne sind möglich. Je nach Anlagebetrag fallen pauschale Kosten von 0,8 bis 1,0 Prozent an. Robin ist zunächst über die Online-Investment-Plattform Maxblue verfügbar, im Laufe des Jahres 2018 dann auch über die Webseite der Deutschen Bank.

Vom Rest des Marktes abheben soll sich der Robo durch das Investment-Wissen der Bank, auf das er zurückgreifen kann: So lässt der Algorithmus  auch die Prognosen der Bankanalysten und Anlagestrategen der Deutschen Bank in die Berechnungen einfließen.

Hat der Kunde Anlagehorizont und Risikobereitschaft festgelegt, schlägt Robin den Angaben entsprechend eine passende Anlagestrategie vor. Ist der Nutzer mit dieser Strategie einverstanden, erstellt der Algorithmus auf dieser Grundlage ein individuelles Portfolio mit ETFs, überwacht es automatisch und passt es gegebenenfalls an. Robin berechnet dabei für die Kunden über das Risiko einzelner Anlageklassen hinaus das mögliche Verlustrisiko des gesamten Depots.

Es gibt drei Preisstufen: Für die ersten 25.000 Euro liegt die jährliche Vergütung für die Bank bei 1,0 Prozent. Für Depotvolumina zwischen 25.000 Euro und 50.000 Euro kostet Robin 0,9 Prozent und ab 50.000 Euro 0,8 Prozent pro Jahr. Dazu kommen die Kosten für die verwendeten ETFs, die durchschnittlich 0,25 Prozent pro Jahr betragen. Sie werden als Fremdkosten direkt vom ETF-Emittenten einbehalten.