LBBW erwartet Rekordjahr Deutscher Schuldscheinmarkt floriert

Hauptsitz der LBBW in Karlsruhe: Die Landesbank ist einer der größten Dienstleister am Markt für Schuldscheindarlehen.  | © LBBW

Hauptsitz der LBBW in Karlsruhe: Die Landesbank ist einer der größten Dienstleister am Markt für Schuldscheindarlehen. Foto: LBBW

Der Markt für Schuldscheindarlehen (SSD) steuert auf ein Rekordjahr zu. Nach Angaben der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), einer der wichtigsten Arrangeure in dem Segment, werden in diesem Jahr voraussichtlich Schuldscheindarlehen im Wert von 25 Milliarden Euro emittiert. 2018 hatten Unternehmen gut 23 Milliarden Euro über Schuldscheindarlehen eingesammelt.

In den ersten neun Monaten 2019 erreichte der Schuldscheinmarkt nach Daten der LBBW ein Neugeschäftsvolumen von 20,5 Milliarden Euro bei 98 Transaktionen. Die Finanzierungssumme lag den Angaben zufolge um gut ein Drittel und die Anzahl der Finanzierungen um gut 10 Prozent über dem Vorjahr. 

Im dritten Quartal 2019 lag das Neuemissionsvolumen bei 7,4 Milliarden Euro und übertraf laut LBBW den langfristigen Durchschnitt der letzten zehn Herbstquartale um mehr als 70 Prozent. Viele Firmen hätten sich für Schuldscheine mit mittlerer Laufzeit entschieden: Rund zwei Drittel der Schuldscheindarlehen werden in fünf bis sieben Jahren fällig. Mehr als die Hälfte aller Unternehmen nahm Beträge von bis zu 200 Millionen Euro auf.

Deutsche Unternehmen bilden mit einem Anteil von 53 Prozent weiterhin die größte Gruppe bei neuen Schuldschein-Transaktionen. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Österreich mit 17 Prozent und Frankreich mit 12 Prozent. 

Ein wesentlicher Grund für die regen Emissionsaktivitäten sind nach Angaben der Rating-Agentur Scope die für Emittenten derzeit interessanten Bedingungen. Demnach konnte eine Reihe von Emittenten im ersten Halbjahr Schuldscheine zu günstigeren Konditionen emittieren als vergleichbare Anleihen. Scope schließt daraus, dass Schuldscheine bei immer mehr Emittenten öffentlich gelistete Anleihen ersetzen.