Achim Lange von der Zeit-Stiftung „Wir haben einen Spielpartner verloren“

Achim Lange ist für die Kapitalanlage der Zeit-Stiftung verantwortlich

Achim Lange ist für die Kapitalanlage der Zeit-Stiftung verantwortlich: „Das liquideste ist und bleibt die Aktie. Bei der Pleite von Lehman Brothers konnte gut beobachtet werden, was passiert, wenn die Kapitalmärkte austrocknen.“ Foto: Zeit-Stiftung

Herr Lange, seit Februar 2021 sind sie für die Finanzen der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius verantwortlich. Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Lange: Mein größtes Ziel war und ist es, Geld in Wirkung zu bringen. Und das ist hier sehr gut möglich. Das ist der Unterschied zur freien Wirtschaft, in der für einen Aktionär, eine Kommune oder andere Gelder generiert werden, was selbstverständlich auch eine wichtige Aufgabe ist. Bei einer Stiftung muss dieses Geld aber in erster Linie zeitnah eine positive Wirkung erzeugen. Und das ist das, was mich erfüllt. 

In welche Förderungen und Projekte fließen die Erträge?

Lange: Als ich ankam, war das hier keine grüne Wiese. Die Institution gibt es seit 50 Jahren. Die stabile Kapitalanlage in ihrer derzeitigen Form gibt es seit über 25 Jahren und es gibt gewisse Verpflichtungen, die einfach gesetzt sind. Mit der Bucerius Law School und dem Bucerius Kunst Forum haben wir zwei eigene Institutionen gegründet, die große Teile des Fördervolumens binden. Darüber hinaus realisieren wir eine Vielzahl weiterer operativer Projekte.  

 

 

 


Das wir dennoch sowohl externe Förderanträge entgegennehmen als auch eigene Initiativen entwickeln, unterscheidet uns von vielen anderen Stiftungen, die sich meistens auf einen der beiden Ansätze konzentrieren. Pro Jahr erreichen uns etwas 600 Förderanträge, von denen im Schnitt rund 150 positiv beschieden werden.

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2015 wurde damit begonnen, das Portfolio der Stiftung neu auszurichten auf Aktien und illiquide Anlagen. Wo stehen Sie heute?

Lange: Diesen Prozess verfolgen wir weiter. Das ist eine Weiterentwicklung aufgrund des niedrigen Zinsniveaus. Deshalb haben wir mehr in Aktien investiert. Jetzt sind wir den zweiten Schritt gegangen, indem wir stärker internationalisieren, also neben europäischen Aktien auch amerikanische und asiatische Aktien berücksichtigen.

Haben Sie eine Gewichtung, inwieweit sich das Verhältnis verschoben hat?

Lange: Wir hatten eine Fremdwährungsquote von siebe Prozentpunkten. Aktuell haben wir eine Gewichtung von 17 Prozent, Anfang des Jahres lagen wir noch bei 12 Prozent. Für nicht europäische Aktien haben wir uns eine Obergrenze von 20 Prozent gesetzt.