Private-Equity-Experte Florian Dillinger Der Sekundärmarkt wird outperformen

Auf dem Private-Equity-Markt geht es seit Ausbruch der Corona-Krise ruhiger zu

Auf dem Private-Equity-Markt geht es seit Ausbruch der Corona-Krise ruhiger zu: Zahlreiche Deals wurden storniert, die Menge der Transaktionen erreichte einen Tiefpunkt. Foto: imago images / Christoph Worsch

Private Equity (PE) erweist sich wie in der globalen Finanzkrise auch während der Corona-Pandemie als stabile Anlageklasse. Institutionelle Investoren halten ihre alternativen Assets weiterhin im Portfolio oder erhöhen den Anteil sogar. Das soll jedoch nicht davon ablenken, dass auch Private Equity im ersten Halbjahr nicht unbeschadet durch die Krise kam. Insbesondere der Bereich M&A und der Sekundärmarkt kamen nach dem ersten Quartal kräftig ins Stocken. Zahlreiche Deals wurden storniert, die Menge der Transaktionen erreichte ihren Tiefpunkt.

Doch mittlerweile tritt eine Erholungsphase ein, das Schlimmste scheint für den PE-Sektor überstanden zu sein. Daher lohnt sich jetzt ein Blick nach vorne. Der M&A-Markt zieht trotz der zweiten Welle wieder kräftig an: Viele angeschlagene Unternehmen können bald nicht mehr auf staatliche Unterstützung oder weitere Kredite hoffen. Hier können PE-Gesellschaften mit Beteiligungskapital zu Hilfe kommen. Doch sind steigende Beteiligungschancen im Primärmarkt nur eine Seite der Medaille: Viele PE-Gesellschaften müssen ihrerseits Beteiligungen veräußern, um Liquiditätsengpässen entgegenzuwirken. Der Sekundärmarkt bietet Investoren so sehr günstige Einstiegsmöglichkeiten.

Auch wenn die Insolvenzwelle im Frühherbst noch ausbleibt: Zahlreiche Unternehmen dürften über kurz oder lang in die Insolvenzphase treten oder nach alternativen Finanzierungsquellen Ausschau halten, was zu einer Steigerung an Distressed-M&A-Transaktionen führt. Solche Notverkäufe bescheren erfahrenen PE-Playern niedrige Einstiegspreise. Die derzeitige Entwicklung spielt Investoren zudem in die Hände: Wegen der weiter angespannten Lage am Markt sind Unternehmensanteile im Vergleich zum Vorkrisenniveau deutlich niedriger bewertet.