Umfrage unter Großanlegern Renditen für Private-Equity-Anlagen werden sinken

Neue Studie: Institutionelle Anleger haben gute Erfahrungen gemacht mit ihren Private-Equity-Anlagen.

Neue Studie: Institutionelle Anleger haben gute Erfahrungen gemacht mit ihren Private-Equity-Anlagen. Foto: Screenshot vom Deckblatt der Studie

Institutionelle Anleger in Deutschland sind zufrieden mit ihrem Engagement in Private Equity und Venture Capital. Sie haben ihre Anlagen in dem Bereich ausgebaut und wollen diese in Zukunft weiter aufstocken. Dies sind einige Ergebnisse einer gemeinsamen Studie des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK), des Center for Corporate Transactions and Private Equity (CCTPE) der Wirtschaftshochschule HHL Leipzig Graduate School of Management und der Beteiligungsgesellschaft KfW Capital unter deutschen institutionellen Investoren und Family Offices.

Für die 40-seitige Studie gaben mehr als 60 Institutionen Einblick in ihre Private-Equity-Anlagen und -Strategie. „Die Befragung wurde im ersten Quartal 2020 durchgeführt und vor dem Höhepunkt des Covid-19-Ausbruchs abgeschlossen. Wir sind jedoch überzeugt, dass die Studienergebnisse und der grundlegende Überblick über die Anlageklasse ihre wesentliche Aussagekraft auch nach der Pandemie beibehalten“, so Bernhard Schwetzler, Akademischer Direktor des CCTPE. Zusammen verwalten die Investoren, darunter Pensionsfonds, Versorgungswerke, Versicherungen und Family Offices, mehr als 700 Milliarden Euro.

Aktuelles Anlagevermögen der Umfrageteilnehmer


Quelle: BVK, HHL CCTPE, KfW Capital  

Als wichtigste Gründe für ihr Private-Equity-Engagement führen die Umfrageteilnehmer das Renditeprofil, die Risikostreuung des eigenen Portfolios und eigene positive Erfahrungen mit der Anlageklasse an. Zudem berichten acht von zehn Investoren, ihren Private-Equity-Anteil im Portfolio seit 2016 ausgebaut oder die Anlageklasse in ihrem Portfolio eingeführt zu haben. Ein Treiber dafür sei das andauernde Niedrigzinssituation, kommentiert Ulrike Hinrichs vom BVK-Vorstand. Institutionelle Anleger suchten nach renditeträchtigen Anlagen mit geringer Volatilität. „All dies bietet Private Equity“, so Hinrichs.

Anleger erwarten Renditen von mehr als 8 Prozent 

Die Zielrenditen bei Private Equity liegen nach Angaben der Studienmacher zum Teil deutlich über denen anderer Anlageklassen. Von den Befragungsteilnehmern wurden im Mittel zwischen 9 und 10 Prozent genannt. Gut die Hälfte der Befragten strebe eine Nettorendite von mehr als 8 Prozent an. Fast alle Investoren sind zufrieden mit ihrem Private-Equity-Portfolio. „Neun von zehn Befragten zeigen sich zufrieden oder sehr zufrieden mit der erreichten Performance“, fasst Hinrichs zusammen.

Die hohe Zufriedenheit schlägt sich auch in den Plänen nieder. Mehr als zwei Drittel der Investoren (69 Prozent) wollen ihre Private-Equity-Position in den kommenden ein bis zwei Jahren weiter ausbauen, weitere 30 Prozent zumindest beibehalten. „Angesichts der Volatilität am Aktienmarkt und dem Zinsniveau im Anleihenmarkt, sollten diese Zukunftspläne auch nach Covid-19 Bestand haben. Allerdings dürften die erzielbaren Renditen vorerst sinken“, blickt Schwetzler voraus.


Über die Studie:
Der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften, das Center for Corporate Transactions and Private Equity der Wirtschaftshochschule HHL Leipzig Graduate School of Management und die Beteiligungsgesellschaft KfW Capital haben gemeinsam die Studie „Private Equity als Anlageklasse für institutionelle Investoren und Family Offices in Deutschland“ erstellt. Daran beteiligt waren Anleger mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 700 Milliarden Euro. Die vollständige Studie „Private Equity als Anlageklasse für institutionelle Investoren und Family Offices in Deutschland“ können Sie mit diesem Link abrufen.