Vor allem Leitungsfunktionen betroffen Stiftungen finden schwerer Engagierte für Gremien

Antje Bischoff leitet die Stiftungsforschung des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen.  | © Bundesverband Deutscher Stiftungen

Antje Bischoff leitet die Stiftungsforschung des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Foto: Bundesverband Deutscher Stiftungen

Immer mehr Stiftungen fällt es deutlich schwerer als noch vor wenigen Jahren, freiwillig Engagierte für ihre Gremien und Leitungsaufgaben zu finden. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung im Stiftungspanel des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Demnach hatte die Hälfte der befragten Stiftungen Probleme, Menschen zu finden, die sich in ihren Gremien und Geschäftsführungen freiwillig und unentgeltlich für das Gemeinwohl engagieren. Noch 2014 war es lediglich ein Drittel.

Die gute Nachricht: Jenseits von Leitungstätigkeiten konnten 60 Prozent der befragten Stiftungen ausreichend Freiwillige rekrutieren. Über 40 Prozent setzen dabei ganz gezielt auf Kurzzeitengagements.

„Vielen Menschen fällt es zunehmend schwer, Engagement in ihren Alltag zu integrieren“, sagt Antje Bischoff. Die Wissenschaftlerin leitet die Stiftungsforschung des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen und ist selbst unter anderem ehrenamtlich im Kuratorium der Nationalparkstiftung Unteres Odertal aktiv.

„Kurzzeitengagements können ein guter Einstieg sein, um Familie, Beruf und Engagement unter einen Hut zu bringen. Es gibt aber auch schon Firmen, die Mitarbeitende für freiwilliges Engagement freistellen. So können alle profitieren: Engagierte, Unternehmen und Stiftungen als Orte für Engagement“, so Bischoff weiter.

Bischoff rät zudem, freiwillig Engagierte genauso sorgfältig auszuwählen wie hauptamtliche Mitarbeitende. Hilfreich sei dabei eine entsprechende Personalstrategie. Auch bieten viele der befragten Stiftungen ihren Freiwilligen Serviceleistungen an, die ein Engagement attraktiver machen. Dazu zählen gemeinsame Aktivitäten (57 Prozent), Reflexionsgespräche (50 Prozent), Fort- und Weiterbildungen (47 Prozent) sowie Kompetenznachweise (43 Prozent).

Die Umfrage fand online im Juli 2017 statt. Befragt wurden Stiftungen, die beim Stiftungspanel des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen registriert sind. An der Befragung beteiligt haben sich 45,1 Prozent der in diesem Zeitraum 545 registrierten Teilnehmenden des Stiftungspanels. Das Stiftungspanel ist das Erhebungsinstrument zur Erforschung der Stiftungslandschaft. Hier können Stiftungen ihre Meinung zu aktuellen Themen einbringen.