Sechsköpfiges Gremium Bundesverband Deutscher Stiftungen wählt neuen Vorstand

Joachim Rogall von der Robert Bosch Stiftung und Daniela Kobelt Neuhaus von der Karl Kübel Stiftung übernehmen den Vorsitz im Vorstand des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. | © Robert Bosch Stiftung

Joachim Rogall von der Robert Bosch Stiftung und Daniela Kobelt Neuhaus von der Karl Kübel Stiftung übernehmen den Vorsitz im Vorstand des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Foto: Robert Bosch Stiftung

Vorstandswechsel beim Bundesverband Deutscher Stiftungen (BVDS): Im sechsköpfigen Gremium übernehmen Joachim Rogall von der Robert Bosch Stiftung und Daniela Kobelt Neuhaus von der Karl Kübel Stiftung den Vorsitz. Michael Göring, Vorstandsvorsitzender der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, scheidet nach 20 Jahren in den Gremien aus.

Rogall folgt als BVDS-Vorstandsvorsitzender auf eben jenen Göring, der turnusmäßig nach vier Jahren aus dem Amt ausscheidet. Bereits seit 2014 hatte Rogall das Amt des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden inne. Im Hauptamt ist er seit April 2013 Geschäftsführer und seit September 2017 Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch Stiftung mit Sitz in Stuttgart. Seit 2003 ist er außerplanmäßiger Professor für Osteuropäische Geschichte der Universität Heidelberg.

Kobelt Neuhaus wurde zur stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen gewählt. Seit 2014 war sie bereits Beiratsmitglied und seit 2016 Vorstandsmitglied im BVDS. Hauptamtlich ist Kobelt Neuhaus seit 2007 Vorständin der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie in Bensheim und verantwortet dort die Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit sowie die Inlandsarbeit der Stiftung. Unter dem Dach der Stiftung ist Kobelt Neuhaus außerdem für die Geschäftsführung der Hessenstiftung – Familie hat Zukunft zuständig.

Antrittsreden

Rogall forderte in seiner Antrittsrede die Mitglieder dazu auf, über ihre Stiftungswelt und nationalen Netzwerke hinauszublicken, um eine internationaler Perspektive einzunehmen. „Stiftungen, die bürgerschaftliches Engagement und freiheitlich-demokratische Ideen fördern, stehen unter der kritischen Beobachtung jener Autoritäten, die für sich allein in Anspruch nehmen, Freiheit und Demokratie zu definieren.“ Der neue Vorstandsvorsitzende kündigte an, die Grundsätze guter Stiftungspraxis gemeinsam mit den Mitgliedern überarbeiten zu wollen und um Aspekte wie internationale Zusammenarbeit, Wirkung von Stiftungsvermögen und Digitalisierung zu erweitern. 

Kobelt Neuhaus blickte auf den Deutschen Stiftungstag im nächsten Jahr: „Wie sich Stiftungen für unser demokratisches Gemeinwesen einsetzen können, wird im Jahr 2019 Schwerpunkt sein.“ Dabei gehe es um die Rolle der Stiftungen als Förderer der Demokratie und deren Einsatz für Menschenrechte, Diversität und Toleranz. „Es geht aber auch um unser eigenes internes Demokratieverständnis: Wie partizipativ, vielfältig und transparent sind Stiftungen selbst?“ 

Bundesverband Deutscher Stiftungen

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen vertritt die Interessen der Stiftungen in Deutschland. Er hat nach eigenen Angaben mehr als 4.300 Mitglieder, über Stiftungsverwaltungen sind ihm 8.400 Stiftungen mitgliedschaftlich verbunden. Damit seien rund drei Viertel des deutschen Stiftungsvermögens im Bundesverband Deutscher Stiftungen organisiert.