Schluss mit Untersteuern Wie sich die Investmentsteuer auf heimische Indexfonds auswirkt

Händler an der Frankfurter Börse: Performance-Indizes wie der Dax stellen heimische ETF-Anbieter in der neuen Investmentsteuer-Welt vor Herausforderungen. | © Getty Images

Händler an der Frankfurter Börse: Performance-Indizes wie der Dax stellen heimische ETF-Anbieter in der neuen Investmentsteuer-Welt vor Herausforderungen. Foto: Getty Images

Mit Jahresbeginn trat die Investmentsteuer-Reform in Kraft, die erhebliche Folgen für Fondsanbieter und Kunden nach sich zieht. Seitdem müssen auch deutsche Indexfonds Dividenden bereits auf ETF-Ebene versteuern. Das Problem: Performance-Indizes wie beispielsweise der Dax berücksichtigen dies nicht, sondern reinvestieren entsprechend ihrer  Berechnungslogik alle Dividenden zu 100 Prozent. Als Konsequenz werden ETFs, die solche Indizes abbilden, sich nun zwangsläufig schlechter entwickeln als ihre Benchmark.

„Eine genaue Abbildung von Performance-Indizes ist nicht mehr möglich. Der Fonds erhält diese Dividenden nur zu 85 Prozent“, sagt Arne Scheehl, beim ETF-Anbieter Comstage zuständig für institutionelle Kunden. So sei eine Abweichung des ETF vom Index um 15 Prozent der deutschen Dividenden zuzüglich an- fallender Verwaltungsvergütungen zu erwarten (siehe Grafik).

 Quelle: Comdirect, eigene Recherche

„Damit behandelt der Gesetzgeber deutsche und ausländische Fonds im Hinblick auf deren Einkünfte aus Deutschland künftig steuerlich gleich. Das war ein wesentlicher Grund für die Reform der Investmentbesteuerung“, heißt es dazu vom Fondsverband BVI.

Und was wollen die Anbieter unternehmen, um nicht künftig hinter den abzubildenden Indizes zurückzubleiben?  Deka etwa hat neben einem M-Dax-Fonds den Dax-ETF von Total-Return-Indizes auf Net-Return-Indizes umgestellt: „Ansonsten müsste die Rendite des Portfolios geringer als die der Benchmark ausfallen, obwohl die Qualität unseres Fondsmanagements unverändert bleibt.“ Ganz anders Comstage: „Wir sehen zurzeit keine Notwendigkeit für eine Umstellung. Investoren haben sich über viele Jahre an den Performance-Index gewöhnt.“ Umzustellen könne zwar die Tracking-Differenz optimieren, das Anlageergebnis des Investors sei jedoch dasselbe.

  Quelle: Eigene Recherche

Und was bedeutet die Reform für ETFs, die nicht in Deutschland aufgelegt sind? Nichts, sagt Eric Wiegand, Leiter ETF-Strategie für Europa und Asien bei X-Trackers: „Als Investmentfonds in Luxemburg haben wir bereits bislang Nettorenditen verein- nahmt, daher gibt es 2018 keine großen Änderungen zu 2017.“ Im Übrigen seien die meisten Standard-Benchmarks Netto- Indizes, die abzüglich einer fiktiven Steuerlast berechnet werden.