ETFs Wie Sie Wechselkursverluste günstig vermeiden

Passanten im Bankenviertel von Hongkong, China. Währungsgesicherte ETFs haben in den vergangenen Jahren stark an Popularität gewonnen | © Getty Images

Passanten im Bankenviertel von Hongkong, China. Währungsgesicherte ETFs haben in den vergangenen Jahren stark an Popularität gewonnen Foto: Getty Images

Der Euro befindet sich auf dem Höhenflug, zumindest im Vergleich mit der anderen großen Weltleitwährung: Im August war ein Euro zwischenzeitlich fast 1,19 US-Dollar wert – so viel wie seit mehr als zwei Jahren nicht (Stand: 15. August 2017). Das mag gesamtwirtschaftlich ein positives Zeichen für die Eurozone sein, für Anleger bringt die Entwicklung jedoch auch ein großes Problem mit sich, zumindest wenn sie global investieren: Wechselkursverluste.

So hat der Standard-Aktienmarktindex MSCI USA seit Jahresbeginn ein Plus von 13,9 Prozent erzielt (Stand: September 2017), wenn man Nettorenditen berücksichtigt. Allerdings nur auf US-Dollar-Basis – bei einer Umrechnung der Indexentwicklung in Euro wird aus dem zweistelligen Plus nämlich ein weniger beindruckendes Ergebnis von 1,62  Prozent.

Erschwerend kommt hinzu: Während Anleger mit einem Renditeaufschlag dafür entschädigt werden, dass sie zum Beispiel die mit Aktien verbundenen Kursschwankungen ertragen, gibt es eine entsprechende Risikoprämie für Fremdwährungsrisiken nicht. Kein Wunder also, dass Anleger sich die Frage stellen, wie sie ihre Portfolios effektiv und zugleich kosteneffizient gegen Wechselkursschwankungen absichern können.

Ständig handelbar, geringe Kosten

Die Antwort lautet mithilfe währungsgesicherter ETFs. Diese haben in den vergangenen Jahren stark an Popularität gewonnen. Sie sind wie alle ETFs jederzeit handelbar und weisen eine geringe Kostenbelastung auf. Zugleich erlauben sie eine Absicherung von Währungsrisiken, ohne dass ein Investor selbst mit Derivaten handeln und seine entsprechenden Positionen ständig anpassen muss.

Bei allen Vorteilen gilt jedoch auch für diese Anlageinstrumente: Es kommt auf die Details an. Vor allem zwei Faktoren sind dabei entscheidend – zum einen die gewählte Absicherungsmethode und zum anderen die jeweilige Fondsstruktur.

Absicherung – eine Frage des Zeithorizonts

In Bezug auf die Absicherungsmethodik, das Hedging, kommen für indexbasierte Investments vor allem zwei Varianten infrage. Entweder die Kombination des zugrundeliegenden Index mit einem täglichen Fremdwährungs-Terminkontrakt oder die Kombination des Index mit einer monatlichen Absicherung.

Das tägliche Hedging führt zu einem geringeren Tracking Error zum Basisindex in Fremdwährung – also einem genaueren Performance-Transfer von der Fremdwährung in die eigene Referenzwährung. So lag in den zehn Jahren von April 2007 bis März 2017 der Tracking Error bei einer Abbildung des MSCI USA mit täglicher Währungssicherung zum Euro bei 38 Basispunkten pro Jahr. Beim monatlichen Hedging waren es dagegen 100 Basispunkte pro Jahr.

Mit der höheren Genauigkeit der täglichen Absicherung gehen jedoch auch höhere Kosten einher. Beim MSCI USA betrug der Unterschied im oben genannten Zehnjahreszeitraum 4 Basispunkte pro Jahr. Das hört sich zunächst nicht viel an, ist aber eine ganze Menge, wenn man bedenkt, wie niedrig die Gesamtkostenbelastung eines ETFs in der Regel ist.