Rohstoff-ETFs Vorsprung durch Technik

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Rollverluste reduzieren

Rohstoff-ETFs erwerben die Rohstoffe nicht in physischer Form am Spot-Markt. Sie kaufen stattdessen Futures. Diese Terminkontrakte ersetzen sie rechtzeitig vor dem Fälligkeitstermin durch Kontrakte mit längerer Laufzeit. Dieser Mechanismus, das sogenannte Rollen, bietet Anlegern Chancen, aber auch Risiken. So kann es zu Verlusten kommen, wenn der länger laufende Kontrakt teurer ist als der auslaufende. Dieses Phänomen wird in der Fachsprache Contango genannt – und kam vor allem in der jüngeren Vergangenheit bei zahlreichen Rohstoffen häufig vor (siehe Grafik 1).

Gerade auf traditionelle Weise konstruierte Rohstoffindizes, die stets den am kürzesten laufenden und damit auch liquidesten Future auf jeden enthaltenen Rohstoff erwerben, litten darunter. Innovative Indexkonzepte berücksichtigen dieses Phänomen allerdings und reduzieren die Rollverluste so weit wie möglich. Das kann geschehen, indem stets in Futures unterschiedlicher Laufzeiten investiert wird – in Einzelfällen bis zu fünf Futures pro Rohstoff. Zudem wird die Laufzeit durch tägliches Rollen konstant gehalten. Man nennt dies den Constant-Maturity-Ansatz (siehe Grafik 2).