Gender Diversity am Arbeitsplatz Warum Geschlechtervielfalt wirtschaftlich ist

„Eine Frauenquote von mindestens 20 Prozent in Führungspositionen ist angemessen“, so Anne Tolmunen, Fondsmanagerin des AXA WF MiX in Perspectives Fund bei AXA IM. | © AXA Investment Managers

„Eine Frauenquote von mindestens 20 Prozent in Führungspositionen ist angemessen“, so Anne Tolmunen, Fondsmanagerin des AXA WF MiX in Perspectives Fund bei AXA IM. Foto: AXA Investment Managers

Wissenschaftliche Studien bestätigen, dass eine größere geschlechtsspezifische Diversität (Gender Diversity) im Betrieb zu besserer und nachhaltigerer Leistung führen kann. Seit einigen Jahren kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass Unternehmen mit mehr Frauen in Führungspositionen in mehrerlei Hinsicht erfolgreicher sind. Kennzeichnend für diese Unternehmen ist: Sie erwirtschaften eine höhere Eigenkapitalrendite, sie gehen mit geringerer Wahrscheinlichkeit übertriebene Risiken ein, sie sind innovativer und sie sind kundenorientierter.

Im Rahmen einer aktuellen Studie von McKinsey* etwa wurden Unternehmen nach Diversitätskriterien untersucht. Ergebnis: Die Unternehmen im oberen Quartil zeigten eine um 21 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit eine überdurchschnittliche Rentabilität zu erwirtschaften als Unternehmen im unteren Quartil. Eine Studie des Petersen Institute for International Economics** wiederum zeigt auf, dass ein Anstieg der Frauenquote bei Führungspositionen von Null auf 30 Prozent zu einem Anstieg um 15 Prozent der Netto-Umsätze führte.

Standards für Geschlechtergleichstellung

Eine wesentliche Aufgabe besteht darin, feste Standards für Gender Diversity in Unternehmen zu finden. Zudem muss genau nachvollziehbar sein, wie Unternehmen ihre Fortschritte auf dem Gebiet der Geschlechtergleichstellung bestimmen und dokumentieren. Hierfür ist es nicht ausreichend, nur auf die Führungspositionen zu schauen, vielmehr muss Diversität innerhalb des gesamten Unternehmens erkennbar sein. Jedoch liegt manchmal gerade hier der Hund begraben.

So belegt eine andere Studie***, dass Unternehmen mit mindestens einer Frau im Vorstand das Credit Suisse Gender 3000 Investment-Universum zwischen 2006 und 2016 um 40 Prozent beziehungsweise 3,5 Prozent im Jahr outperformten. Zusätzlich schafften diejenigen Unternehmen mit 33 Prozent Frauen in Führungspositionen zwischen 2009 und 2016 eine Outperformance von 3,8 Prozent im Jahr.

Genderorientierte Investment-Kriterien

Woran kann man nun festmachen, ob ein Unternehmen aus genderrelevanten Gesichtspunkten ein geeignetes Investment ist?

Positionen der weiblichen Angestellten: Bekleiden sie Führungsrollen oder sind sie in hauptsächlich zuarbeitenden Positionen? In diesem Zusammenhang halten wir eine Frauenquote von mindestens 20 Prozent in Führungspositionen für angemessen. Welche Rollen nehmen die ranghöchsten weiblichen Führungskräfte ein? Üblicherweise ist es ein gutes Zeichen, wenn Frauen auf Vorstandsebene oder in den typischerweise von Männern dominierten Bereichen (etwa Finanzen oder Technologie) vertreten sind.

Diversity-Konzepte und -Ziele: Welche wesentlichen Richtlinien hinsichtlich Personal und Diversity verfolgt das Unternehmen? Bietet das Unternehmen echte Konzepte, um die Geschlechtervielfalt zu beflügeln? Gibt es zudem klare und messbare Ziele?

Transparenz: Wie transparent ist das Unternehmen? Ein Schritt in die richtige Richtung ist getan, sobald Unternehmen auf freiwilliger Basis nach mehr Transparenz streben. Denn Transparenz ist ein Schlüssel für Veränderung.

Diversity-Strategie: Treiben die Führungspersonen die Diversity-Strategie an oder wird dieses Thema der Personalabteilung überlassen? Ist den Mitarbeitern, Zulieferern und Kunden klar, dass es sich um ein strategisches Thema handelt? Viele Unternehmen publizieren Nachhaltigkeitsberichte und gehen noch weiter als die eigentlichen Publikationspflichten es vorschreiben. Dadurch können die Resultate, die mithilfe der Gender Diversity-Strategie erreicht werden, besser evaluiert werden.

Investoren können Diversity beeinflussen

Durch Investments in Fonds, die sich der Gender Diversity verschrieben haben, können Investoren nun die Geschlechtergleichstellung in Unternehmen beeinflussen und spielen damit auch in der Unternehmensführung eine Rolle. Mit dem „MiX in Perspectives“-Fonds von AXA IM zielen wir genau hierauf ab und bieten unseren Kunden eine Anlagemöglichkeit, die konsequent einer Gender Diversity-Strategie folgt.

* „Delivering through Diversity“, McKinsey & Company, Januar 2018

** „Is Gender Diversity Profitable? Evidence from a Global Survey“, PIIE, Februar 2016

*** „The Credit Suisse Gender 3000: the Reward for Change“, Crédit Suisse, September 2016