Dienstsitz in Bremen BLB übernimmt Private Banking im Nord/LB-Konzern

Ist seit November 2016 Vorstandsvorsitzender der Bremer Landesbank: Christian Veit

Ist seit November 2016 Vorstandsvorsitzender der Bremer Landesbank: Christian Veit

Die Bremer Landesbank (BLB) wird nach Zusammenschluss mit der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) das Private Banking im Konzern übernehmen. Der zukünftige Leiter des Geschäftsfelds wird seinen Sitz in Bremen haben. Das gab BLB-Vorstandsvorsitzender Christian Veit in einem Interview mit der „Nordwest Zeitung“ bekannt. Wann genau der neue Leiter seinen Posten antritt, steht noch nicht fest.

Demnach werde die Fusion der Institute bereits zum 31. August 2017 vollzogen. Nach der Fusion werde die Bremer Bank keinen Vorstand im Sinne des Kreditwesengesetzes mehr haben. Das Gremium mit aktuell vier Mitgliedern wird auf einen Regionalvorstand verkleinert. Den Posten übernimmt der Vorsitzende selbst. Zudem verantwortet Veit künftig das Geschäft der Nord/LB mit allen Sparkassen in Norddeutschland.

Die drei anderen BLB-Vorstände haben laut Veit Angebote im Nord/LB-Konzern erhalten. So wird Andreas Hähndel künftig die Schiffsportfolio-Optimierung mit Dienstsitz in Hannover leiten. Björn Nullmeyer geht als Niederlassungsleiter der Nord/LB-Niederlassung nach Singapur, um für die Region die Brücke nach Asien zu bauen. Guido Brune dagegen verlässt die Bank, betreut aber auch in Zukunft einige Mandate.

„Da es künftig keine eigene Gesellschaft mehr gibt, wird es auch keinen eigenen Aufsichtsrat mehr geben“, sagt Veit gegenüber der Nordwest Zeitung. In den nächsten Wochen sei geplant, einen Regionalbeirat mit vermutlich etwa 15 bis 20 Vertretern aus Kundschaft, Wirtschaft, Politik und Verbänden zu gründen.

Auf diese Weise will die BLB auch künftig eine regionale Verankerung mit den Kunden und Geschäftspartnern erhalten. Als Hauptsitze der regionalen Struktur sollen Bremen und Oldenburg erhalten bleiben, wie Veit ankündigt.

So werden etwa die Geschäftsaktivitäten Erneuerbare Energien mit Schwerpunkt Wind Onshore Deutschland und die Ernährungswirtschaft künftig von Oldenburg aus betrieben. Der zukünftige Leiter Firmenkunden Nord wird am Standort Bremen das alte BLB-Gebiet sowie den Raum Hamburg bis nach Schleswig-Holstein verantworten.

Zum 1. September 2017 verliert die BLB also ihre Eigenständigkeit und wird 100-prozentige Tochter der Nord/LB. Der Schritt war notwendig geworden, nachdem die Bremer Bank vor knapp einem Jahr aufgrund fauler Schiffskredite in Schieflage geraten war.

Das Geschäftsjahr 2016 schloss die BLB mit einem Verlust vor Steuern von 1,4 Milliarden Euro ab. Das deutliche Minus sei die Folge einer massiven Aufstockung der Risikovorsorge für Schiffsfinanzierungen um insgesamt 1,5 Milliarden Euro.

Im Zuge der Bekanntgabe der Übernahme durch die Nord/LB vor einem Jahr war davon die Rede, dass vermutlich 200 Stellen bei der BLB gestrichen werden. Die Zahl gehe auf Schätzungen der Aufsichtsräte von Mitte 2016 zurück, erklärt Veit im Interview: „Sie ist aus meiner heutigen Sicht wohl zu niedrig.“