Bankenaufsicht und Bilanzierung Bankenverband legt Orientierungshilfe zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex vor

Sieht den Deutschen Nachhaltigkeitskodex als gute Richtschnur für die Praxis: Andreas Krautscheid, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bankenverbandes

Sieht den Deutschen Nachhaltigkeitskodex als gute Richtschnur für die Praxis: Andreas Krautscheid, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bankenverbandes

Der Bankenverband hat eine Orientierungshilfe für Unternehmen vorgelegt, die unter die neuen Berichtspflichten zu Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialaspekten fallen. Der Bundestag hatte den entsprechenden Entwurf mit dem sperrigen Titel CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz am 9. März dieses Jahres angenommen. CSR steht für die Regelung unternehmerischer Sozialverantwortung, im Englischen „Corporate Social Responsibility“.

Demnach müssen künftig große, insbesondere börsennotierte Unternehmen, Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen mit mehr als 500 Arbeitnehmern im Lage- beziehungsweise Konzernlagebericht oder in einem gesonderten nichtfinanziellen Bericht ihre wesentlichen Risiken darstellen, die im Hinblick auf Arbeitnehmer-, Sozial- und Umweltbelange sowie zur Achtung der Menschenrechte und zur Korruptionsbekämpfung bestehen.

Grundsätzlich unterstützt der Bankenverband diese Berichterstattung zur Nachhaltigkeit: „Die privaten Banken bekennen sich zum Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung. Schon heute haben viele Banken ökologische Belange aufgrund der Entwicklungen im Umwelt- und Klimaschutz in ihr operatives Geschäft integriert und beziehen ausführlich in ihren Nachhaltigkeitsberichten Stellung dazu“, sagt Andreas Krautscheid, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bankenverbandes.

Zugleich sieht man aber weiteren Klärungsbedarf und will mit dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex Abhilfe schaffen: „Bei den im Gesetz geforderten Mindestvorgaben zur nichtfinanziellen Berichterstattung sind viele Details noch klärungsbedürftig. Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex ist hier eine gute Richtschnur, weil praxisbezogen erläutert wird, wie Berichterstattung auch in der Kreditwirtschaft genutzt werden kann“, so Krautscheid weiter.

Auch die Branche selbst hat bereits auf die zunehmende Bedeutung reagiert: So haben Ulrich Röhrle und Benjamin Henle kürzlich eine Unternehmensberatung unter dem Label „N-Motion - Röhrle & Henle Partnerschaftsgesellschaft“ gegründet, die auf das Thema Nachhaltigkeit spezialisiert ist.