Zuversicht bei Hedge-Strategien und Long-short-Ansätzen Die Erfolgschancen für aktive Anlagen und abgesicherte Strategien steigen

Fed-Chefin Janet Yellen: Sollte die US-Notenbank die Zinsen stetig weiter anheben, werden ertragsschwache Firmen Mühe haben, sich am Markt zu finanzieren | © Getty Images

Fed-Chefin Janet Yellen: Sollte die US-Notenbank die Zinsen stetig weiter anheben, werden ertragsschwache Firmen Mühe haben, sich am Markt zu finanzieren Foto: Getty Images

Mit der Wahl von Donald Trump im November 2016 änderte sich die Welt in bedeutendem Maße und damit auch das Gefühl, das die globalen Märkte in den vergangenen acht Jahren bestimmt hatte. Über Nacht wurde das vorherrschende makroökonomische Narrativ umgeschrieben.
Hatten zuvor Zukunftsprognosen beschränktes Wachstum, anhaltend niedrige Zinssätze und Sorgen vor Deflation/Stagflation erwartet, machten Konjunkturausblicke plötzlich eine Drehung um 180 Grad. Am Abend des 9. November, weniger als 24 Stunden nach den Wahlergebnissen, wurden die Erwartungen von Deflation obsolet. Die Märkte schalteten um auf steigende Reflation, statt auf ein stagnierendes BIP stellten sich viele Marktteilnehmer auf explosives Wachstum ein. Bei Vermögenswerten in aller Welt wurde rasant und allumfassend eine vermutete neue Weltordnung in die Bewertung einbezogen. Kurzum, die sogenannte „Trumpflation“-Rallye nahm ihren Lauf.

Seit der Wahl von Donald Trump setzten die Märkte voll und ganz auf Hoffnung. Es besteht Hoffnung, dass das Trump‘sche Wahlkampfversprechen, „großartige“ Dinge für Amerika zu tun, tatsächlich eingelöst wird. Hoffnung, dass vorgeschlagene massive Infrastrukturausgaben, aggressive Steuersenkungen, Gewinnrückführung und eine weniger drückende Regulierung die US-Wirtschaft in Schwung bringen werden. Hoffnung, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen ohne Negativfolgen normalisieren können wird. Hoffnung, dass es in Europa nach dem Referendum in Italien oder den Wahlen in Frankreich und Deutschland im Jahresverlauf 2017 keine schwerwiegenden politischen Folgen geben wird. Und Hoffnung, dass sich die Schwellenländer stabilisieren und nicht unter der Aufwertung des US-Dollars leiden werden.

Ist dieser Grad an Optimismus rational? Wohl kaum. Aber die Wahrheit ist tatsächlich häufig merkwürdiger als die Fiktion. Vielleicht werden wir, wie Ray Dalio vom Hedgefonds Bridgewater Associates kürzlich bemerkte, eine „Belebung der animalischen Instinkte jenseits der Trump-Euphorie [erleben], ... die sich in tatsächlichen Unternehmensinvestitionen niederschlägt“. Vielleicht bekommen wir echtes und nachhaltiges Wachstum in den USA. Vielleicht aber auch nicht.

Wie dem auch sei, unsere Aufgabe ist die Vermögensverwaltung im neu entstehenden Umfeld. Unserer Ansicht nach ist eines gewiss: Der vor uns liegende Weg wird durch Ungewissheit und Marktvolatilität geprägt sein — was Hedge-Strategien zuträglich ist. Zur Erinnerung: Alpha ist ein Nebenprodukt eines ineffizienten Marktes. Unseres Erachtens nach ist eine höhere Volatilität ein Indikator für eine größere Marktineffizienz – und damit für eine höhere Erfolgschance aktiver Anlagen wie abgesicherter Strategien.

Trumps Wahlsieg stellte eindeutig eine tektonische Verschiebung dar. Während die Märkte ausloten, wie diese Verschiebung die Investment-Landschaft verändern wird, erwarten wir kräftige Marktbewegungen –  und zwar in beide Richtungen. Wir erwarten außerdem große Veränderungen der Rangfolge von Vermögenswerten, wie den derzeitigen eindrucksvollen Rückzug aus Anleihen und den Einstieg in Aktien; diese Bewegungen hatten laut der Deutschen Bank bis Mitte Dezember ein Volumen von etwa 3 Billionen US-Dollar. Und wir erwarten eine messbare Streuung auf Sektor- und Wertpapierebene. Unter den gegebenen Umständen könnten Anlageverwalter mit mehr Trading-Spielraum und einem Faible für unkonventionellere Wertpapiere stärker von Kursänderungen und Trends profitieren.