HVB-Vorstand Emanuele Buttà „Wir bieten Private Banking künftig an mehr Standorten mit mehr Betreuern“

Emanuele Buttà sitzt seit März 2018 im Vorstand der Hypovereinsbank.    | © Hypovereinsbank

Emanuele Buttà sitzt seit März 2018 im Vorstand der Hypovereinsbank. Foto: Hypovereinsbank

private banking magazin: Herr Buttà, was bewegt aktuell den deutschen Private-Banking-Kunden?

Emanuele Buttà: Viele unserer Kunden wollen mit ihren Kapitalanlagen nicht mehr nur finanzielle Ziele verfolgen, sondern zugleich etwas bewegen. Dieser Trend nimmt zu, gerade auch mit der jüngeren Erbengeneration in der Vermögensnachfolgeplanung. Bereits jetzt legen drei von vier Deutschen Umfragen zufolge Wert auf die Nachhaltigkeit ihrer Geldanlage. Und das Thema wird aus unserer Sicht langfristig weiter an Bedeutung zunehmen.

Wie reagiert die Hypovereinsbank auf diese Entwicklung?

Buttà: Wir gehen darauf verstärkt mit entsprechenden Nachhaltigkeitsvarianten in der Vermögensverwaltung ein und sprechen das Thema auch von uns aus in den Beratungsgesprächen an. Darüber hinaus haben wir das gesellschaftliche Engagement der Bank um die Initiative „Social Impact Banking“ erweitert, die es bereits seit 2017 in Italien gibt und seit Anfang des Jahres nun auch in Deutschland.

Banking mit positiver sozialer Wirkung?

Buttà: Genau. Wir unterstützen dabei Unternehmen und Organisationen, die eine messbare positive gesellschaftliche Wirkung haben, durch Kredite oder indem wir ihnen unsere Netzwerke zur Verfügung stellen. Außerdem veranstalten wir auch Workshops, um das Finanzwissen in der Bevölkerung zu mehren.

Ob verschärfter Wettbewerb durch Online-Vermögensverwalter oder diverse Wachstums-Offensiven anderer Anbieter – reicht die Nachfrage im Private Banking hierzulande überhaupt für alle?

Buttà: Einen Rückgang verzeichnen wir jedenfalls nicht, im Gegenteil. Gerade im derzeitigen Niedrigzinsumfeld sind professionelle Anlageberatung und ein entsprechendes Portfoliomanagement wichtiger denn je. Hinzu kommt die Erbengeneration, die wie bereits angesprochen neue Themen wie Nachhaltigkeit mitbringt. Unterm Strich erleben wir, dass die Nachfrage nach unseren Private-Banking-Angeboten weiter zunimmt. Dass das so ist, zeigt sich auch daran, dass wir unser Angebot gegenwärtig bundesweit ausbauen.

Personell oder mit weiteren Standorten?

Buttà: Beides. Zunächst haben wir eine umfangreiche Qualifizierungsoffensive gestartet. Dabei schulen wir geeignete Mitarbeiter der Bank, um sie zu Private Bankern weiterzubilden. Das entwickelt sich sehr gut. So hat die Offensive allein in diesem Jahr dazu geführt, dass für unser Private Banking bundesweit jetzt 40 zusätzliche Mitarbeiter zur Verfügung stehen.