Vom Stiefkind zum Emporkömmling Banken sollten Vorsorgeberatung im Private Banking mehr beachten

Angelika Thiedemann führt das Unternehmen Erntezeit. Seit 2003 ist sie im Generationsmanagement tätig.

Angelika Thiedemann führt das Unternehmen Erntezeit. Seit 2003 ist sie im Generationsmanagement tätig.

Private Banking und Firmenkunden-Berater sind der Annahme, dass vermögende Kunden keine Vorsorgeberatung brauchen und mit ihrem Vermögen für die Wechselfälle des Lebens gut aufgestellt sind. Das Thema scheint nach Ansicht der Branche nur Menschen nötig, die nicht über ausreichende Liquidität verfügen. Doch was ist eigentlich unter Vorsorge im finanziell-wirtschaftlichen Umfeld zu verstehen?

Stromleitung und Vorsorge – Wie geht das zusammen?

Im vergangenen Monat war ich zu Gast bei einem Unternehmen, das sich seit 1897 mit der Installation und der Sicherung von elektrischen Anlagen beschäftigt. Störungen und Kurzschlüsse im Stromnetz werden noch heute in Deutschland mit sogenannten Schmelzsicherungen geschützt. Der von Thomas Edison erfundene Schmelzstreifen führte dazu, dass Störungen eingegrenzt und Anlagen abgeschaltet werden können, wenn ein Kurzschluss im Stromnetz geschieht.

Das Grundmotiv unseres Sicherungssystems für den Strombedarf ist die Versorgung. Ein anderes Prinzip ist etwa in den USA vertreten. Dort ist der Brandschutz das Grundmotiv des Sicherungssystems. Die Konsequenz aus diesen unterschiedlichen Motiven ist, dass bei einer Störung in den USA durch Kurzschluss ganze Stadtteile dunkel und ohne Stromversorgung sind. Kommt es jedoch hierzulande zu Störungen oder Ausfällen durch Kurzschluss, ist durch den tragenden Gedanken der Versorgung nur ein Haus, ein Straßenabschnitt oder eine ganze Straße betroffen. 

Was hat das alles mit Vorsorgeberatung zu tun? Wenn man sich die Landschaft der Vorsorgeberatung in der Finanzdienstleistungsbranche anschaut, findet man unterschiedliche Herangehensweisen, die jeweils verschiedenen Grundmotiven folgen. Im Folgenden drei mögliche Zielsetzungen von Vorsorge:

1. Die Sicherung der Liquidität

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Das Ziel einer Vorsorgeberatung zielt häufig auf die Absicherung der Liquidität ab. Liquidität beinhaltet unterschiedliche Komponenten vom Gehaltseingang über Rentenzahlung bis zu Zinsen, Gewinnen, Erträgen und Mieteinnahmen. Die jeweiligen Voraussetzungen für den Fluss dieser Liquiditätsströme liegen in der Bindung an Personen wie bei Renten und Gehältern.

Andere Liquiditätsströme haben ihre Herkunft durch die Anbindung an Vermögensgegenstände wie etwa Depots, Anlagen, fremdvermietete Immobilien oder Unternehmen. Diese Liquiditätsströme sollen in der Vorsorgeberatung mit dm Blick auf Aspekte der menschlichen Lebensdauer – Rente, Pflege, Erwerbs/Berufsunfähigkeit –, Mietausfall, Vermögensschutz und weitere geschützt werden.