Spezialfonds vs. Investment-AG Die Wahl des richtigen Anlagevehikels für Unternehmerfamilien

Wilhelm Gold leitet seit Oktober 2017 den Vertrieb Fondsinitiatoren bei Universal-Investment. | © Universal-Investment

Wilhelm Gold leitet seit Oktober 2017 den Vertrieb Fondsinitiatoren bei Universal-Investment. Foto: Universal-Investment

Professionelle Anleger wie Vermögensverwalter oder Family Offices haben bei der richtigen Hülle für ihre Anlagen nicht nur die Wahl zwischen verschiedenen Standorten zur Fondsauflegung wie Deutschland oder Luxemburg, sondern können auch zwischen sehr vielfältigen Anlagevehikeln wählen. Bei deutschen Hüllen bietet sich neben dem Klassiker Spezialfonds inzwischen auch die Investment-Aktiengesellschaft an, die eine Reihe von zusätzlichen Vorteilen verspricht.

Der offene deutsche Spezialfonds als Sondervermögen gemäß Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) ist das seit Jahrzehnten bewährte und geschätzte Anlagevehikel für institutionelle Anleger. Damit lassen sich ihre individuellen Wertpapieranlagestrategien mit einer Reihe von Vorteilen umsetzen. Im Vergleich zu offenen Publikumsfonds erlauben die höheren Freiheitsgrade bei den Anlagegrenzen der jeweiligen Vermögensgegenstände, Wünsche so zu erfüllen, dass sie passgenau auf die Zahlungsverpflichtungen des Investors abgestimmt sind.

 Quelle: Deutsche Bundesbank

So sind beispielsweise auch sehr konzentrierte Anlagestrategien möglich oder auch der Einsatz von weniger liquiden Finanzinstrumenten. Wird der Spezialfonds zudem als Masterfonds ausgestaltet, lassen sich auch unterschiedliche Anlagestrategien innerhalb der einheitlichen rechtlichen Fondshülle über verschiedene Segmente umsetzen. Das schafft für den Anleger Flexibilität: Asset Manager oder andere Dienstleister lassen sich anbinden oder auch eventuell austauschen, ohne die Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) wechseln zu müssen.

Alles zum Spezialfonds – Fortsetzung

 Quelle: Deutsche Bundesbank

Zudem bietet das Masterfondskonzept ein einheitliches Reporting über alle Segmente und Anlagen des Investors, auch Direktanlagen lassen sich auf diese Weise einbinden. Das schafft die transparente Basis für eine Steuerung des Gesamtvermögens.

Gegenstück zur Sicav-Struktur

Mit der offenen Investment-Aktiengesellschaft (Investment-AG) steht eine für viele Anleger sehr interessante Alternative zum Spezialfonds-Klassiker zur Verfügung. Dabei gelten alle für den Spezialfonds als Sondervermögen genannten Vorteile auch für die Investment-AG. Dieses Vehikel kann aber noch mehr, weil es kein typisch deutscher Vertragsfonds ist, sondern im rechtlichen Sinn eine Gesellschaft: Per Definition handelt es sich bei der Investment-AG um eine vollwertige Aktiengesellschaft nach deutschem Aktiengesetz, deren alleiniger Zweck darin besteht, Investmentvermögen aufzulegen und zu verwalten.

Damit ist sie das Pendant zur Luxemburger Sicav-Hülle (Société d’Investissement à Capital Variable). Diese Investmentvermögen werden als sogenannte Teilgesellschaftsvermögen (TGVs) bezeichnet. Die TGVs gelten ebenfalls als Spezialinvestmentvermögen und erlauben damit die Umsetzung der gleichen Strategien wie in Spezialfonds. Einzige Ausnahme sind Immobilienstrategien. Dafür gibt es die bereits etablierten Immobilienaktiengesellschaften, die Real Estate Investment Trusts (Reits).