Sicherheitslücke statt höherer Zinsen Was deutsche Kunden zu einem Bankwechsel treibt

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Ohnehin nutzen deutsche Kunden für ihre Bankgeschäfte vergleichsweise wenig digitale Leistungen, stellen der Technologie ihrer Banken aber ein gutes Zeugnis aus: 56 Prozent der Deutschen sind der Meinung, die Technologie ihrer Bank sei auf dem neuesten Stand. International stimmen dem nur 38 Prozent zu.

Auch betrachten die Befragten hierzulande das digitale Angebot ihrer Banken im internationalen Vergleich als zuverlässiger. In Deutschland zweifeln 6 Prozent an der Zuverlässigkeit, während sie international 10 Prozent kritisch sehen.

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56 Prozent der deutsche Bankkunden empfinden die digitalen Angebote ihrer Institute als modern, sie kennen und nutzen aber auch noch nicht die ganze Bandbreite an Möglichkeiten.

 Quelle: HSBC

Folgerichtig sollten digitale Finanzgeschäfte aus Sicht deutscher Kunden eher von den traditionellen Banken als von spezialisierten Technologieunternehmen angeboten werden. Nur rund ein Viertel der Befragten traut den digitalen Unternehmen bessere Leistungen zu als den Instituten. International ist das Vertrauen mit rund einem Drittel größer.

Allerdings verfügen deutsche Bankkunden den Angaben zufolge über weniger Kenntnisse zu neuen Technologien. So sind digitale Geldbörsen, aktive Benachrichtigen für mobile Endgeräte, Chatbots, Robo-Advisor oder die Blockchain-Technologie im Ausland bekannter als in Deutschland. Je nach technologischer Anwendung liegt der Kenntnisstand 12 bis 30 Prozentpunkte unter dem internationalen Durchschnitt.

Auch in der praktischen Anwendung liegen die Befragten hierzulande auf den hinteren Rängen. Nur jeder Zehnte nutzt beispielsweise digitale Geldbörsen, während es international 37 Prozent sind.

Erfahrungen mit Chatbots haben 15 Prozent der deutschen Bankkunden. Damit liegt der Wert 10 Prozentpunkte unter dem internationalen Schnitt. Rund 5 Prozent setzen auf die Algorithmen von sogenannten Robo-Advisor-Anbietern. International liegt der Anteil doppelt so hoch.

Generell trauen die deutsche verbraucher ihren Bankberatern bessere Empfehlungen zu als automatisierten Programmen. Nur 18 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass ihnen ein Computerprogramm bessere Ratschläge gibt als ein Mensch. Im internationalen Durchschnitt vertrauen 29 Prozent eher den digitalen Anwendungen.

Auch im Kundenservice betrachten die Befragten den Einsatz von Technologien skeptisch. Nur 28 Prozent vertreten die Meinung, dass stärker digitalbasierte Dienstleistungen auch den Service der Bank verbessern. International stimmen dieser Auffassung 46 Prozent zu.



Über die Studie:
Die Studie „Trust in Technology“ wurde im Auftrag von HSBC durchgeführt. Befragt wurden mehr als 12.000 Personen in elf Nationen, davon 1.000 in Deutschland.