Studie von Mercer Chancen und Risiken des Klimawandels

Teil des Mercer-Reports sind vier Fallstudien institutioneller Investoren.  | © Screenshot

Teil des Mercer-Reports sind vier Fallstudien institutioneller Investoren. Foto: Screenshot

Die Erderwärmung infolge des Klimawandels wird erheblichen Einfluss auf die zu erwartenden Renditen von institutionellen Anlegern haben. So lautet ein Ergebnis der neuen Studie von Mercer „Investing in a Time of Climate Change – The Sequel“. Die Studie ist eine Neuauflage und Weiterentwicklung eines im Jahr 2015 veröffentlichten Berichts.

Um die Folgen der Erderwärmung auf die Kapitalanlagen greifbar zu machen, analysiert das Beratungsunternehmen drei Szenarien für den Klimawandel: eine durchschnittliche Erwärmung um 2°C, 3°C und 4°C im Vergleich zu vorindustriellen Niveaus. Diese werden über Zeiträume bis 2030, 2050 und 2100 betrachtet, um die Auswirkungen von Naturkatastrophen und Ressourcenverfügbarkeit aufzuzeigen. Investoren können so das finanzielle Risiko des Klimawandels in Bezug auf ihr Gesamtportfolio sowie über alle Anlageklassen und Industriesektoren hinweg erfassen und entsprechend handeln.

Wie der jüngsten Klimastudie von Mercer zu entnehmen ist, müssen Investoren bei einer Erwärmung über 2°C bereits mittelfristig mit deutlich negativen Effekten auf die Rendite rechnen, abzulesen an den Prognosen für Investitionen in Kohle, Öl und Gas. In diesen Anlageklassen prognostiziert Mercer bis 2030 Wertverluste zwischen 4 und 7 Prozent pro Jahr. Weitet man die Betrachtung bis 2050 aus, nimmt der Wertverfall zu. Durch Investments in nachhaltige Anlagen kann man indessen vom Klimawandel profitieren. Denn bei Anlagen im Bereich der erneuerbaren Energien rechnet Mercer mit Renditen von circa 6 Prozent pro Jahr bis 2030.

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Die Folgen des Klimawandels belasten einzelne Anlageklassen. 

Investoren müssen aktiv auf 2°C-Szenario hinarbeiten

Eine Schlussfolgerung der neuen Studie ist nach Einschätzung von Helga Birgden, Expertin im Geschäftsbereich Responsible Investment bei Mercer, dass Investoren „aktiv auf ein 2°C-Szenario hinarbeiten müssen und dieses auch als Chance verstehen sollten“. Denn in fast allen Anlageklassen, Regionen und Zeiträumen zeigten die Analysen, „dass die zu erwartenden Renditen im 2°C-Szenario deutlich besser ausfallen als bei einer Erwärmung von 3°C oder 4°C. Außerdem bietet der dafür notwendige Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft und Gesellschaft neue Anlagechancen“, argumentiert Birgden und gewinnt dem Klimawandel damit auch gute Seiten ab.