Stiftungen als Zugpferde Bundesinitiative Impact Investing nimmt Arbeit auf

Brigitte Mohn ist Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung, die zu den treibenden Kräften der Bundesinitiative Impact Investing zählt. | © Bertelsmann-Stiftung

Brigitte Mohn ist Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung, die zu den treibenden Kräften der Bundesinitiative Impact Investing zählt. Foto: Bertelsmann-Stiftung

Investitionen, bei denen Anleger neben einer finanziellen Rendite auch eine direkte ökologische oder soziale Wirkung anstreben, gewinnen an Bedeutung. Nachdem in der vergangenen Woche eine Gruppe von Investoren, Banken und Asset Managern gemeinsam mit der Weltbank in New York die „Grundsätze für das wirkungsorientierte Investieren“ („Investing for Impact: Operating Principles for Impact Managers“) auf den Weg gebracht hat, nimmt nun mit der Bundesinitiative Impact Investing (BII) ein weiteres Investorenbündnis offiziell seine Arbeit auf.

Die Bundesinitiative versteht sich als sektorübergreifende Kompetenzplattform und wird unter anderem von der Bertelsmann-Stiftung, der BMW Foundation Herbert Quandt, dem Bundesverband Deutscher Stiftungen und der gemeinnützigen Aktiengesellschaft Phineo unterstützt.

Martin Vogelsang ist Koordinator der Bundesinitiative. Der Sozialunternehmer sagt, dass sie durch „den Aufbau des Impact-Investing-Ökosystems in Deutschland zusätzliches Kapital zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen“ mobilisieren wolle. Auf dem Weg dahin wollen die in der Bundesinitiative zusammengeschlossenen Unternehmen, Stiftungen, Finanzdienstleister, öffentlichen Einrichtungen und Wohlfahrtsverbände zunächst einmal die Wahrnehmung des Themas im deutschsprachigen Raum fördern. Sie stehen als Ansprechpartner für unterschiedliche Zielgruppen, wie Family Offices, Stiftungen, Unternehmen sowie Investoren zur Verfügung.

Auch Feri ist mit an Bord. „Impact Investing hat als Anlageklasse großes Zukunftspotenzial. Um die Entwicklung dieses Trends auch als Berater, Asset Manager und Lösungsanbieter zu begleiten und sich mit den wichtigsten Branchenvertretern regelmäßig auszutauschen, unterstützen wir die neu gegründete Bundesinitiative“, sagt Antje Biber, Mitglied des Führungsgremiums der Feri Trust.

Die Entwicklung der heutigen Bundesinitiative Impact Investing geht auf das Jahr 2013 zurück. Damals wurde die Social Impact Investment Taskforce (SIITF) gegründet. Diese unabhängige Expertengruppe entwickelte Empfehlungen für den Auf- und Ausbau von Impact-Investment-Märkten in den G7-Mitgliedstaaten. 2015 wurde die Global Steering Group on Impact Investment (GSG) gegründet, in der inzwischen 16 Staaten vertreten sind. Die GSG ist eine globale Bewegung und verfolgt das Ziel, Social Impact Investment zu schaffen, um eine messbare soziale Wirkung als bewussten Treiber in jeder Investitionsentscheidung zu etablieren.

Deutschland wurde in der Social Impact Investment Taskforce durch das deutsche National Advisory Board (NAB) repräsentiert. Unter dem Vorsitz von Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung, entwickelte das NAB eine Bestandsaufnahme und Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung von Impact Investing in Deutschland. Das NAB ist laut Martin Vogelsang der direkte Vorläufer der Bundesinitiative Impact Investing.