Status Quo Mifid II Banken und Sparkassen liegen deutlich hinter dem Zeitplan

Deckblatt der aktuell 6. Befragungswellse des Mifid-II-Readiness-Index: Banken und Sparkassen hinken dem Zeitplan zur Umsetzung der Richtlinie deutlich hinterher. | © PPI

Deckblatt der aktuell 6. Befragungswellse des Mifid-II-Readiness-Index: Banken und Sparkassen hinken dem Zeitplan zur Umsetzung der Richtlinie deutlich hinterher. Foto: PPI

Wenige Wochen vor Inkrafttreten der EU-Finanzmarktrichtlinie Mifid II hängen die Banken und Sparkassen hierzulande dem Zeitplan hinterher: Im Oktober 2017 hatten sie erst 75 Prozent der Mifid-II-Readiness erreicht, und liegen damit rund 20 Prozentpunkte hinter dem Soll-Wert von 94 Prozent. Das geht aus der aktuellen Studie „MiFID II - Banken bei der Umstellung auf der Zielgeraden?“ des Beratungsunternehmens PPI hervor.

Demnach ist bei einzelnen Banken sogar fraglich, ob sie ihre Mifid-II-Readiness bis zum offiziellen Stichtag am 3. Januar 2018 erreichen können. Nur etwa fünf von sechs Instituten gehen davon aus, bis zu diesem Zeitpunkt alle notwendigen Anpassungen der Richtlinie umgesetzt zu haben.

Anpassungsbedarf nach Stichtag

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Der Aufwand wurde den Studienautoren möglicherweise unterschätzt. Ein daraus resultierender zu später Start oder die Anpassung ihres Zeitplans setze die Finanzhäuser jetzt unter Druck. Etwa jedes dritte Institut hatte die im April 2016 beschlossene Verschiebung der Anwendungsfrist zum Anlass genommen, mit den Umsetzungsmaßnahmen erst einmal zu pausieren.

Aufschub sorgt für Verzögerungen

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Eine große Belastung sehen die befragten Institute in einer Erhöhung der Kosten und der Anpassung ihrer Systeme an die regulatorischen Vorgaben. Die größten Kostentreiber sind dabei die zukünftige Einhaltung der neuen Regeln für Beratungs- und Telefonprotokolle sowie der Auflagen bei der Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen.

Belastung durch Aufwand und Kosten

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Zwei Drittel aller Banken haben für das Projekt Mifid II deutlich mehr Personalressourcen eingesetzt als ursprünglich geplant.

Mehr Personal als ursprünglich geplant

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