Private-Debt-Fonds im Fundraising Immer mehr Anbieter wollen mitspielen

Kredite, die nicht von Banken, sondern von Fonds und anderen Geldgebern ausgegeben werden, bilden die Grundlage für eine vielschichtige Anlageklasse: Private Debt.

Kredite, die nicht von Banken, sondern von Fonds und anderen Geldgebern ausgegeben werden, bilden die Grundlage für eine vielschichtige Anlageklasse: Private Debt.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beobachtet das Treiben der aufstrebenden Kreditfonds bereits mit Skepsis und warnt die Investoren vor Überhitzung und die Anbieter vor Wettbewerbsdruck. Dabei sind die jungen Spieler äußerst variabel, was ihr Einsatzfeld betrifft: Sie tummeln sich unter dem Schlagwort Private Debt und vergeben Kredite an mittelständische Unternehmen, aber auch an Immobilien- oder an Infrastrukturprojekte.

Anders als die zutiefst konservative Förderbank KfW sind professionelle Anleger nicht ganz so misstrauisch, wenn es um das Vorpreschen von Kreditfonds geht, die in Sphären wildern, in denen traditionell Banken zu Hause sind. Gut zu erkennen ist das an der wachsenden Beliebtheit von Private-Debt-Lösungen, die von spezialisierten Anbietern wie Ardian, Bluebay oder Golding Capital aufgelegt werden. Immer mehr institutionelle Anleger betrachten deren Kreditfonds, die im Gewand des Alternativen Investmentfonds (AIF) daherkommen, als willkommene Abwechslung zu Anleihen und anderen traditionellen Rentenanlagen, denen die Rendite abhandengekommen ist.

Doch wie funktioniert so ein Kreditfonds im Allgemeinen? In der Praxis hält der Fonds die Darlehensforderungen, die etwa mit Krediten an Mittelständler einhergehen. Der Fonds refinanziert sich, indem er Fondsanteile an Investoren ausgibt. Ganz ohne Banken funktioniert dieses Konzept der privaten Kreditvergabe bislang aber eher selten; Banken verfügen nun einmal über Expertise, um die Bonität der Schuldner beurteilen zu können. Daher agieren die Institute, die die Kreditvergabe aufgrund schärferer Regulierungsvorgaben in Teilen zurückfahren, auch heute noch im Hintergrund. Sie helfen den Fonds, Kredite einzusammeln. Schaltet ein Anbieter nun also eine Bank zwischen den Darlehenspool und den Kreditfonds, nimmt die Bank die Darlehensvergabe vor. Man spricht dabei von einer Fronting-Bank. Anschließend verkauft die Bank die Darlehensforderungen an den Kreditfonds.

In dieser Konstellation vergibt der Fonds die Darlehen nicht selbst und ist damit auch kein sogenannter Direct-Lending-Fonds. Bis 2015 war Fronting-Struktur bankaufsichtsrechtlich erforderlich. Inzwischen ist sie es aufgrund von Gesetzesänderungen aber nicht mehr. Dennoch findet man sie noch immer in der Praxis. Denn die erforderliche Expertise zur Vergabe von Krediten muss sich in der Asset-Management-Praxis erst noch einspielen.