Neue Sterbetafeln von Heubeck Warum die steigende Lebenserwartung auch Schattenseiten hat

Ein älteres Paar läuft dem Sonnenuntergang entgegen.  | © Getty Images

Ein älteres Paar läuft dem Sonnenuntergang entgegen. Foto: Getty Images

Zwei Weltkriege, die deutsche Teilung und rund 40 Jahre später die Wiedervereinigung – Gustav Gerneth hat Geschichte persönlich erlebt. Am 15. Oktober 1905 in Stettin geboren, ist der Deutsche seit vergangenem Januar der älteste lebende Mann der Welt, nachdem der Japaner Masazo Nakane im Alter von 113 Jahren verstorben ist. Menschen, die älter als 100 Jahre alt werden, sind längst keine Seltenheit mehr. Fast täglich berichten die Medien über Jubilare, die diese magische Altersgrenze überschreiten.

Dass die Lebenserwartung in Deutschland steigt, ist kein von der Presse aufgebauschtes Phänomen, sondern Realität.  Das zeigt ein Vergleich der Heubeck-Richttafeln in den vergangenen 20 Jahren. So wurde ein 65-jähriger Mann 1998 den damals geltenden Richttafeln zufolge im Durchschnitt 81,5 Jahre alt. Zehn Jahre später erreichte der Durchschnittswert 83 Jahre und nach den neuen Heubeck-Richttafeln 2018 G kann ein 65-Jähriger im Jahr 2028 damit rechnen, 86,5 Jahre alt zu werden. Die Lebenserwartung einer 65-jährigen Frau hat sich im gleichen Zeitraum von 86 auf 90 Jahre erhöht.

Dass Menschen in Deutschland immer länger leben, hat viele Gründe. Dazu zählen verbesserte Hygienestandards, ein vergleichsweise hohes Niveau in der Gesundheitsversorgung, effektive Therapien gegen viele schwere Krankheiten und der nachlassende Effekt der Sterblichkeitsverbesserung in der Nachkriegs-Generation.

Pensionskassen, Versorgungswerke und die Träger anderer Betriebsrenteneinrichtungen müssen auf den Alterungstrend reagieren, wollen sie empfindliche Deckungslücken vermeiden. Werden die Menschen immer älter, heißt das: Betriebsrenten sind – ein konstantes Renteneintrittsaltervorausgesetzt – im Mittel entsprechend länger zu zahlen.

Werden die Prämien nicht angepasst, reicht das gebildete Planvermögen wegen der steigenden Lebenserwartung regelmäßig nicht mehr aus, um die gesamte Verpflichtung aus den erteilten Betriebsrentenzusagen zu decken. Die neuen Heubeck-Richttafeln 2018 G sind das notwendige Instrument für eine Revision.