Renditeerwartungen sinken Druck auf Schweizer Pensionskassen steigt

Die Risiko-Check-up-Studie von Complementa wird in diesem Jahr zum 25. Mal durchgeführt.  | © Complementa

Die Risiko-Check-up-Studie von Complementa wird in diesem Jahr zum 25. Mal durchgeführt. Foto: Complementa

Die Pensionskassen in der Schweiz sind erfolgreich in das neue Jahr gestartet. Dies zeigt die vom Beratungsunternehmen Complementa durchgeführte Risiko-Check-up-Studie. In den ersten vier Monaten 2019 haben die Pensionskassen mit ihren Kapitalanlagen eine Rendite von 6,5 Prozent verbucht, wie die folgende Abbildung deutlich macht. Ein näherer Blick zeigt, dass die Pensionskassen über die vergangenen sieben Jahre hinweg im Durchschnitt eine Rendite von 4,3 Prozent per annum verbucht haben. 

Nach dem verlustbringenden Geschäftsjahr 2018 haben Schweizer Pensionseinrichtungen Anfang 2019 deutlich positive Renditen eingefahren. 

Dank ihrer über Aktien, Immobilien und Alternatives gestreuten Anlagen haben die Pensionseinrichtungen damit dem seit Jahren anhaltenden Niedrigzinsumfeld getrotzt. Doch die Anzeichen verdichten sich, dass den Kapitalsammelstellen und ihren Anspruchsberechtigten nun herausfordernde Zeiten bevorstehen. Wie der Risiko-Check-up-Studie von Complementa zu entnehmen ist, sinkt die Renditeperspektive auf nur noch 2,3 Prozent. 

Der Anlagemix verschiebt sich auch bei den Schweizer Pensionskassen in Richtung Alternatives.

Complementa hat die Kapitalanlagen der eidgenössischen Pensionskassen umfassend analysiert. Eine zentrale Erkenntnis: Pensionskassen reduzieren ihre Fremdwährungsrisiken und vertrauen dem Schweizer Franken. Während vor fünf Jahren noch 19,1 Prozent des Vermögens in Fremdwährungen gehalten wurden, waren es Ende 2018 nur noch 13,6 Prozent. Die Pensionskassen haben fast die Hälfte (48,1 Prozent) ihres Kapitals im Ausland investiert. Den Großteil davon sichern sie gegen Wertverluste von ausländischen Währungen ab. 

Eine weitere auffällige Entwicklung zeigt sich bei den Immobilien. Erstmals seit 1995 liegt die Immobilienquote wieder über 20 Prozent. Infolge des tiefen Zinsniveaus haben die Pensionseinrichtungen ihre Positionen in festverzinslichen Anlagen reduziert, die Immobilienquote hingegen seit 2013 stetig erhöht – obwohl die Preise am Schweizer Immobilienmarkt ausgereizt sein dürften. Die Verantwortlichen in den Pensionskassen erwarten für die nächsten zwei Jahre steigende Preise am heimischen Immobilienmarkt. Für die kommenden drei bis fünf Jahre rechnet die Hälfte aller Befragten mit einem fallenden Preisniveau, wie im Rahmen einer Sonderauswertung ermittelt wurde. Hauptrisikofaktoren sind die extensive Bautätigkeit und das tiefe Zinsniveau.