Um 122,8 Millionen Euro Pensionskasse der Caritas kürzt Leistungen

Blick auf den Kölner Dom: Die Rheinmetropole ist Sitz der Pensionskasse der Caritas und ihrem ihr Schwesterunternehmen Kölner Pensionskasse. | © Pixabay

Blick auf den Kölner Dom: Die Rheinmetropole ist Sitz der Pensionskasse der Caritas und ihrem ihr Schwesterunternehmen Kölner Pensionskasse. Foto: Pixabay

Die Pensionskasse der Caritas will wegen Finanznot ihre Leistungen kürzen, berichtet der katholische Sender „Domradio“ auf seiner Nachrichtenseite mit Verweis auf einen Bericht der Katholischen Nachrichtenagentur (KANN). Demnach haben die Mitglieder-Vertreter auf einer Versammlung am vergangenen Freitag dem Sanierungskonzept zugestimmt, das auch Kürzungen bei Versicherungsleistungen vorsehe. Ziel sei es, einen 2017 entstandenen Fehlbetrag auszugleichen, eine stabile finanzielle Grundlage für die Kasse zu schaffen und so die Versicherungsleistungen für Rentner und Anwärter zukünftig zu sichern.

Dennoch bedeuten die Einsparpläne für die Versicherten weniger Geld im Alter. Das Sanierungskonzept umfasse unter anderem Leistungskürzungen mit einem Volumen von 122,8 Millionen Euro. Für die einzelnen Versicherten bedeute dies Einschnitte bei der betrieblichen Zusatzrente. Der Umfang der Kürzungen falle je nach Tarif und Zeitpunkt des Vertragsabschlusses unterschiedlich hoch aus, hieß es weiter. Die Leistungskürzungen sollen den Angaben zufolge den bilanziellen Fehlbetrag ausgleichen und zugleich den Finanzbedarf für eine ausreichende Risikovorsorge decken.

Die Pensionskasse der Caritas und ihr Schwesterunternehmen Kölner Pensionskasse mit insgesamt rund 55.000 Versicherten waren 2017 in Schieflage geraten. Nach einem Fehlbetrag in der Bilanz – in Höhe von etwa 126 Millionen Euro –, der nicht durch Eigenkapital gedeckt werden konnte, erfüllten sie nicht mehr die gesetzlichen Anforderungen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) verbot daraufhin den Unternehmen die Aufnahme neuer Versicherter und den Abschluss neuer Versicherungsverträge.

In der Vergangenheit habe man die lang anhaltende Niedrigzinsphase und die steigenden Lebenserwartungen in den Berechnungen zu wenig berücksichtigt, hieß es zur Begründung. Zudem habe es Fehler in der Tarifkalkulation gegeben, die zu hohe Leistungsversprechen zum Ergebnis gehabt hätten.