Invesco-Studie Investoren setzen bei Faktorstrategien auf Anleihen und ETFs

Georg Elsässer, Portfoliomanager für quantitative Strategien bei Invesco

Georg Elsässer, Portfoliomanager für quantitative Strategien bei Invesco: „Nach Ansicht der Investoren kann ein Faktoransatz bei Anleihen für mehr Transparenz am Markt sorgen.“ Foto: Invesco

Wie bewerten Faktoranleger ihre Investitionen? Das wollte Invesco mit der fünften Global-Factor-Investing-Studie herausfinden. Befragt wurden vom Marktforschungsinstitut NMG im April und Mai 138 institutionelle Anleger sowie 100 Wholesale-Investoren, die laut der Fondsgesellschaft zusammen ein Anlagevermögen von mehr als 25 Billionen US-Dollar betreuen. Demnach wollen 97 Prozent der Faktoranleger ihre Faktorallokationen in den kommenden zwölf Monaten stabil halten oder ausbauen. „Trotz des außergewöhnlichen Umfelds und der niedrigeren Renditen einiger Faktoren in den vergangene beiden Jahren haben sich Faktorstrategien wie erwartet entwickelt und die Einstellungen gegenüber dem Factor Investing sind weiterhin sehr positiv“, sagt Georg Elsässer, Invesco-Portfoliomanager für quantitative Strategien.

Der Blick auf die einzelnen Strategien zeigt, dass mit Momentum-, Quality- und Low-Volatility-Faktoren an den globalen Aktienmärkten im Betrachtungszeitraum Mehrerträge erzielt wurden. Dagegen entwickelten sich der Value- und der Small-Size-Faktor schlechter als der Markt. Hohe Verschuldung und die Liquiditätssorgen belasteten diese Strategien, vor allem zu Beginn des Befragungszeitraums, als viele Unternehmen versuchten, sich zusätzliches Kapital zu beschaffen, heißt es. Dennoch berichten 65 Prozent der institutionellen Anleger und 67 Prozent der Wholesale-Investoren, dass ihre Faktorallokationen ihre Renditeerwartungen in den zwölf Monaten vor der Befragung erfüllt oder übertroffen haben. Insgesamt beherrschen Value- und Quality-Strategien die Portfolios, wie die Grafik zeigt.

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Value und Quality sind derzeit die meistgenutzten Faktoren. Quelle: Invesco

Ein Grund für das steigende Interesse sind laut Studie die mittlerweile breiteren Anwendungsbereiche für Faktoransätze, etwa in zusätzlichen Anlageklassen wie Anleihen. So sei der Anteil der institutionellen und Wholesale-Investoren, die Faktorstrategien für ihre Anleihen-Allokation nutzen, mit 40 Prozent so hoch wie nie zuvor. Mehr als ein Drittel zieht dies zudem in Betracht.

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Im Vergleich zu 2018 ist der Anteil der Befragten, die der Ansicht sind, dass sich Faktorstrategien auch für Zinsanlagen eignen, von 59 Prozent auf 95 Prozent gestiegen. 63 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass Faktoren im Anleihebereich genauso bedeutend sind wie bei Aktien. „Nach Ansicht der Investoren kann ein Faktoransatz auch deutlicher machen, inwieweit aktive Anleihenmanager in der Lage sind, Mehrerträge zu generieren, und für insgesamt mehr Transparenz am Markt sorgen – so, wie wir es im Aktienbereich bereits gesehen haben“, so Elsässer.

Investoren nutzen vermehrt Faktor-ETFs

Zudem hat die Nutzung von Faktor-ETFs der Studie zufolge in den vergangenen zwölf Monaten zugenommen. So nutze die Mehrheit der institutionellen Investoren inzwischen ETFs, die im Schnitt 14 Prozent ihrer Faktorportfolios ausmachen. Im Wholesale-Segment werden ETFs von mehr als zwei Dritteln der Investoren genutzt und machen etwa die Hälfte der Faktorportfolios aus. Instrument der Wahl, um Faktorstrategien umzusetzen, sind ETFs für Wealth Manager: Der durchschnittliche Anteil dieser Produkte an den Faktorallokationen liegt bei drei Viertel. Die Befragten, die in faktorbasierte passive Indexstrategien investieren, loben die einfache Anwendung und die niedrigen Kosten.