In fünf Tagen zur Kreditfinanzierung Crowdlending entwächst dem Nischendasein

Christopher Grätz von Kapilendo: Der Mitgründer des Berliner Fintechs sieht den Crowdlending-Markt an der Schwelle zu einem neuen Reifegrad. | © Kapilendo

Christopher Grätz von Kapilendo: Der Mitgründer des Berliner Fintechs sieht den Crowdlending-Markt an der Schwelle zu einem neuen Reifegrad. Foto: Kapilendo

Seit der Finanzkrise haben sich immer mehr Banken aus dem Geschäft der Kreditvergabe an Unternehmen zurückgezogen. Strenge regulatorische Vorgaben wie die Basel III Anforderungen an die Eigenkapitalhinterlegung haben das Kreditgeschäft für die Banken zu teuer gemacht. Entstanden ist eine deutlich wachsende Finanzierungslücke – vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen.

Abhilfe schafft eine neue Kapitalquelle:  die Kreditvergabe von privaten Investoren an Unternehmen, direkt und ohne Intermediär. Die Anzeichen für ein explosives Wachstum im Bereich Crowdlending haben sich im vergangenen Jahr verdichtet. Die gesellschaftliche Akzeptanz des neuen Geschäftsmodells wächst deutlich. Entsprechende Plattformen wie die unsrige erleben ein exponentielles Wachstum und die alternativen Finanzierungs- und Anlagemöglichkeiten des Peer-to-Peer-Modells werden zunehmend auch in den Massenmedien erwähnt.

Die Geschwindigkeit nimmt auf allen Ebenen zu

Während Kapilendo für die Finanzierung der ersten zehn Kreditprojekte noch etwas mehr als neun Monate benötigte, wurden allein im November 2017 bereits neun Kreditprojekte mit einem Volumen von fast 4 Millionen Euro finanziert, also mehr als zwei Projekte pro Woche.

Aber es ist nicht allein die Anzahl der finanzierten Projekte, die stark zunimmt. Es ist vor allem auch die Geschwindigkeit für eine einzelne Finanzierung, die in die Höhe schnellt.  Dauerte eine Kreditfinanzierung auf unserer Plattform im Oktober 2016 im Durchschnitt noch über 43 Tage, waren es im Oktober 2017 im Schnitt nur noch etwas mehr als fünf Tage.

Die sich rasant verbessernden Resultate bezeugen ein klares Vertrauensvotum der Anleger und Kreditnehmer für das Model der Crowdlending-Plattform und bilden die Grundlage für ein expansives Wachstum im Jahr 2018. Mit der erhöhten Finanzierungsgeschwindigkeit und einer in der Praxis nachgewiesenen Zuverlässigkeit konnten die Plattformen in den vergangenen Monaten ein letztes, elementares Handicap gegenüber den traditionellen Kreditanbietern eliminieren.

Laufende Zinseinnahmen dank Direct Lending

Der Markt für Mittelstandsfinanzierung wird damit auch zunehmend für Family Offices und Stiftungen interessant. Erste Verbriefungen der auf den Plattformen vermittelten Kredite sowie die Auflegung von Spezialfonds (AIF) ermöglichen bereits auch den Zugang für Investoren, die eine depotfähige Anlage benötigen.

War die Mittelstandsfinanzierung in Deutschland vor nicht allzu langer Zeit noch ein reiner Bankenmarkt, wird dieser Markt mittlerweile zunehmend von Family Offices und Pensionskassen besetzt, die auf der Suche nach neuen Quellen für laufende Zinseinnahmen sind. Für diese bietet sich im Direct Lending eine attraktive laufende Rendite von jährlich über 5 Prozent ohne Zins- und bei sehr begrenztem Kapitalverlustrisiko.