Hilfe bei der Auswahl derivativer Produkte Technische Analyse weist den Weg zum Anlageerfolg

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Angenommen, ein Investor möchte einen Turbo-Call mit Knock-Out-Barriere erwerben, weil das unterliegende Papier sich in einem Aufwärtstrendkanal befindet. Er identifiziert außerdem eine solide Kreuzunterstützung bei beispielsweise 15,00 Euro. Dann sollte bei der Auswahl des passenden Produkts besagte Kreuzunterstützung berücksichtigt werden, indem ein Call mit einer Knock-Out-Barriere unterhalb von 15,00 Euro ausgewählt wird.

Oftmals lassen sich bei der Technischen Analyse eines Wertes verschiedene, unterschiedlich markante Unterstützungsbereiche aufspüren. Kritische Produktmerkmale, wie zum Beispiel Knock-Out-Barrieren, sollten sich demnach möglichst unterhalb von markanten Unterstützungen befinden, die sich aus mehreren Komponenten (Horizontalen, Trendlinien, Glättungslinien) zusammensetzen und damit in der Regel eine stärkere Aussagekraft besitzen als singulär auftretende Haltebereiche.

Um ein Knock-Out-Ereignis zu verhindern, könnte zusätzlich ein Stop-Loss auf diesem oder dem nächst höheren Unterstützungsniveau platziert werden. So können Anleger schon bei der Auswahl des Produkts sicherstellen, dass die Erkenntnisse aus der Analyse berücksichtigt werden. Zugleich können sie sich vor der Wahl eines möglicherweise unpassenden Produkts schützen.

Technische Unterstützungszone bietet Orientierung bei Barriereauswahl

Ein Beispiel aus der Praxis: Der deutsche Leitindex DAX® konnte zwischen Ende April und Ende Juni 2017 um fast 1.000 Punkte auf in der Spitze 12.951 Punkte zulegen. Zwei Monate lang verzeichnete der Index Kursgewinne. Gemäß der klassischen Candlestick-Analyse ist aber ein Basiswert, der acht bis zehn positive Kerzen in Folge ausgeprägt hat, anfällig für eine Korrektur.

So kam es dann auch: Der DAX® setzte von seinem Allzeithoch zurück, fiel unter die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Punkten, konnte die Marke zurückerobern und notiert derzeit wieder im unmittelbaren Umfeld der 200-Tages-Linie, die aktuell bei 12.017 Punkten verläuft. Für einen großen Befreiungsschlag muss der DAX® allerdings den seit Juni bestehenden Korrekturtrend (aktuell bei 12.159 Punkten) überwinden. Der Rücksetzer in den vergangenen Monaten seit Ende Juni  könnte dann als trendbestätigende Flagge interpretiert werden.