Fuchs | Richter Vermögensmanager-Test 2019 Österreichische Häuser bauen Spitzenposition im Private Banking aus

Robert Striberny (2. v.r.) von der Bank Gutmann nimmt den 1. Preis entgegen.  | © Fuchsbriefe

Robert Striberny (2. v.r.) von der Bank Gutmann nimmt den 1. Preis entgegen. Foto: Fuchsbriefe

Die Anlegerschutzrichtlinie Mifid II, an der die Branche zum Teil harsche Kritik übte, ist seit knapp einem Jahr in Kraft. Doch was ist wirklich dran an der Kritik? Wie empfindet der Kunde die „neue Welt der Beratung“? Fühlt er sich besser geschützt oder oftmals eher gegängelt? Wie setzen die Anbieter die Regulierung in der Praxis um? Wie hinderlich sind die Auflagen in der Beratung? Engen sie zu sehr ein? Oder bleiben genügend Spielräume für Individualität, wie sie kennzeichnend ist für das Private Banking?

 

Österreichische Anbieter vorn

Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, hat die Fuchs | Richter Prüfinstanz erneut Testkunden losgeschickt. Bei den eingeholten Ergebnissen überzeugten vor allem österreichische Anbieter. Ein Haus aus der Alpenrepublik steht sogar zum zweiten Mal in Folge an der Spitze der Langzeitwertung „Ewige Bestenliste“.

Das beste Beratungsgespräch erlebten die Testkunden bei der DZ Privatbank in Stuttgart. Die besten Vermögensstrategien lieferten das Bankhaus Carl Spängler und die Bank Gutmann. Die höchste Portfolioqualität kam ebenfalls vom Bankhaus Carl Spängler in Salzburg. Die höchste Transparenz zeigte die Capital Bank aus Graz.

Insgesamt konnten österreichische Anbieter ihre Spitzenposition damit weiter ausbauen. Die Schweiz liegt in Sachen Kundenorientierung weit hinten. In Liechtenstein arbeiten die Anbieter mit dem breitesten Produktangebot für Privatkunden. Deutsche Anbieter lassen Spitzenleistungen vermissen. Luxemburg trocknet als Standort für das Direktgeschäft mit deutschen Private-Banking-Kunden aus.

Die Testkunden gingen mit ihren individuellen Lebensgeschichten zu den einzelnen Anbietern. Allen gemein war, dass sie eine Erbschaft von 3 Millionen Euro angetreten hatten, von der nach Steuern 2,1 Millionen übrigblieben. Das Geld wollten sie bei zwei Banken in Konkurrenz anlegen. Risikovorgabe war ein maximaler Verlust vom erreichten Höchststand (Maximum Drawdown) zwischen 10 und 20 Prozent. Zum Teil erwarteten die Kunden regelmäßige Ausschüttungen beziehungsweise Unterstützung beim Kauf einer Immobilie. Die Anbieter sollten selbst benennen, welche Rendite sie bei den Kundenvorgaben liefern könnten.

Geprüft wurde in vier Wertungskategorien. Das Beratungsgespräch floß mit 45 Prozent, die Vermögensstrategie mit 20 Prozent, die Portfolioqualität mit 15 Prozent und die Transparenz mit 20 Prozent Gewicht in die Wertung ein. Die Transparenz beinhaltete eine Fragebogenauswertung. Zudem flossen das Abschneiden im Performance-Projekt der Prüfinstanz sowie die Vertrauenswürdigkeit der Häuser in die Transparenzwertung mit ein.