Capitell-Vorstand im Gespräch „Es geht um Kompetenz und Köpfe”

Wolfgang Krappe ist seit Januar 2007 Vorstand der Capitell Vermögens-Management und dort für Marketing, Akquisition, Beratung und Personal zuständig. | © Johannes Vogt

Wolfgang Krappe ist seit Januar 2007 Vorstand der Capitell Vermögens-Management und dort für Marketing, Akquisition, Beratung und Personal zuständig. Foto: Johannes Vogt

private banking magazin: Es ist eine Menge Unruhe in der Private-Banking-Branche. Gehört die Capitell Vermögens-Management zu den Nutznießern?

Wolfgang Krappe: Wir haben auf jeden Fall eine Menge vor. Gerade erst haben wir in Mannheim unseren fünften Standort eröffnet. Wir bewegen uns bewusst in eine Region hinein, wo wir Potential für unser Geschäftsmodell sehen, an das wir glauben. Dahinter steht die Überzeugung, dass wir nur dann die Risikoneigungen und etwaige Veränderungen des Kunden aufnehmen können, wenn wir ihn persönlich über die Jahre kennen und erleben. Es braucht also einen Trusted Advisor vor Ort. Daraus ergibt sich Kundennähe und eine Verwurzelung mit der Region, die es bei vielen Finanzdienstleistern doch gar nicht mehr gibt.

Viele Banken hatten früher ein dichteres Netz an Private-Banking-Standorten, leisten sich das aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr. Gilt diese kaufmännische Realität für Sie nicht?

Krappe: Keineswegs. Auch wir überdenken jeden unserer Standorte wirtschaftlich. Ein Thema sind die Gehälter, die an einigen Stellen in der Private-Banking-Branche aus dem Ruder gelaufen sind. Bei uns bekommen die Berater ein auskömmliches Gehalt. Meist liegt das aber unter den Bezügen vom vorherigen Arbeitgeber – zunächst. Jedoch verdienen die Mitarbeiter nach drei Jahren in der Regel deutlich mehr als zuvor, und zwar über die variablen Bezugsgrößen. Warum machen wir das so? Weil wir die Unternehmertypen unter den Private Bankern ansprechen, die einen Standort und Kundenbücher tatsächlich aufbauen können. Wenn sich dann der Erfolg einstellt, teilen wir, was eingefahren wurde auch.

Klare Ansage.

Krappe: Wir suchen auch nicht Kundenbücher mit großen Volumina, sondern Talente. Denn wenn du Talente hast, also Menschen, die begeistert sind, Menschen, die für diese Idee auch brennen, dann kommt das Volumen von ganz allein.

Sucht diesen Typus von Private Banker nicht jedes Institut?

Krappe: Wir merken nur, dass unser Angebot zunehmend Neugier bei entsprechenden Kandidaten weckt. In der Branche gibt es aktuell die Entwicklung, dass ausländische Konzerne deutsche Institute übernehmen und peu à peu ihre Vorstellungen durchsetzen. Viele Mitarbeiten wollen diesen Weg aber nicht mitgehen, wollen nicht europäisch reguliert sein, sondern haben stattdessen eine Sehnsucht, sich in der Region am Kunden entfalten zu können und kreativ zu sein. Im Falle von Mannheim: Was ist gut für die Rhein-Neckar-Metropolregion, was für die Unternehmer vor Ort? Und das lässt sich nun Mal schlecht in einem Konzern beantworten.