Beteiligungen an Start-ups Das Einmaleins von Corporate Venture Capital

Christian Tönies (li.) und Sebastian Gerlinger: In ihrem Beitrag zeigen sie, wie sich Unternehmen geschickt an Start-ups beteiligen können.

Christian Tönies (li.) und Sebastian Gerlinger: In ihrem Beitrag zeigen sie, wie sich Unternehmen geschickt an Start-ups beteiligen können. Foto: Pöllath + Partners

Mittelständische Unternehmen tun sich in ihren traditionellen Strukturen oft schwer damit, die digitale Transformation nur mit ihren eigenen Ressourcen zu gestalten. Corporate Venture Capital bietet hier eine Möglichkeit, um sich durch Eigenkapitalbeteiligungen an Start-up-Unternehmen früh und gezielt Zugang zu relevanten Ideen, Technologien und Köpfen zu verschaffen, um diese Vorteile für die eigene strategische Ausrichtung zu nutzen. Aus der Bedrohung des bisherigen Geschäfts kann so die Chance entstehen, technologisch auch künftig zu den Branchenbesten zu zählen und die eigenen Märkte international zu sichern.

Investitionen mit Venture Capital (VC) waren in Deutschland nach der Jahrtausendwende weitgehend ein Thema für einschlägige Fonds und Private-Equity-Gesellschaften – oft angelsächsischer Prägung. Seit geraumer Zeit aber nehmen nicht nur Konzerne, sondern auch große Familienunternehmen selbst Geld in die Hand. Sie stellen heute rund 20 Prozent des gesamten Volumens an verfügbarem Venture Capital dar, so dass mittlerweile von einer tragenden Finanzierungssäule nicht nur für deutsche Start-ups gesprochen werden kann.

Die Motive von Unternehmen, Kapital in zukunftsträchtige Start-ups zu stecken, sind vielfältig, wobei rein monetäre Interessen, also die Hoffnung auf einen lukrativen Ausstieg durch Weiterverkauf der Beteiligung, nur selten im Vordergrund stehen. Den handelnden Unternehmen geht es in der Regel darum, Zugang zu innovativen Entwicklungen, zu neuen Märkten und zu Vertriebswegen zu finden. Die Investments in Start-ups mit innovativen oder ergänzenden Technologien dienen dazu, eigene Entwicklungskosten einzusparen.