Irreparable Schäden befürchtet Venture-Capital-Investoren gehen auf Abstand

Karte und App von N26: Die Direktbank ist eines der erfolgreichesten Start-up-Unternehmen in Deutschland.  | © N26

Karte und App von N26: Die Direktbank ist eines der erfolgreichesten Start-up-Unternehmen in Deutschland. Foto: N26

Die Stimmung auf dem deutschen Markt für Wagniskapital (Venture Capital, VC) ist im ersten Quartal infolge der Corona-Virus-Pandemie geradezu kollabiert. Nach Angaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sank der Stimmungsindikator des deutschen Venture-Capital-Marktes, das German Venture Capital Barometer, um 72,3 Zähler auf minus 61,3 Saldenpunkte. Die KfW spricht von einem in dieser Größenordnung noch nie da gewesenen Einbruch. 

Die Nachfrage nach Wagniskapital ist allerdings nicht eingebrochen und dürfte laut Ulrike Hinrichs vom Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften durch die Pandemie nicht merklich sinken. Jungen Unternehmen mit Finanzierungsbedarf stehen unsichere Zeiten bevor. Hinrichs sagt, dass die Herausforderung darin bestehen werde, die Weiterfinanzierung der Startups sowohl in der Breite als auch bei den großen Vorzeige-Startups sicherzustellen. Ansonsten drohen irreparable Schäden am über die letzten Jahre mühsam aufgebauten Startup-Ökosystem.“

Die Chefvolkswirtin der KfW, Friederike Köhler-Geib, weist darauf hin, dass sich VC-Investoren in Krisen auf die Portfoliopflege konzentrierten und mit Neuinvestitionen zurückhielten. Es sei aber gerade jetzt wichtig, die sehr guten Start-ups, die noch auf der Suche nach VC-Investoren seien, nicht im Regen stehen zu lassen. „Denn sie werden die kapitalintensive Time-to-Market sonst schwerlich überstehen. Eine Start-up-Generation zu verlieren wäre ein harter Schlag.“