Angebotspreise übersteigen Provisionsumsatz Vermögensverwalter will Research-Kosten für eigenes Personal verwenden

Jochen Knoesel (l.) und Ulrich Ronge sind die Gründer und geschäftsführenden Gesellschafter der Würzburger Vermögensverwaltung Knoesel & Ronge. | © Knoesel & Ronge

Jochen Knoesel (l.) und Ulrich Ronge sind die Gründer und geschäftsführenden Gesellschafter der Würzburger Vermögensverwaltung Knoesel & Ronge. Foto: Knoesel & Ronge

Die Vermögensverwaltung Knoesel & Ronge hat – mit Hinblick auf den ab 2018 geltenden Vorgaben der EU-Finanzmarktrichtlinie Mifid II – entschieden, Kosten für externes Research künftig auf eigene Gewinn- und Verlustrechnung zu nehmen. In welchem Umfang das Unternehmen jedoch Angebote von Drittanbietern zukaufen wird, werde derzeit noch geprüft. „Einige Angebote werden wir wohl ausschlagen und dieses Geld lieber in eigenes Personal investieren“, sagt Ulrich Ronge, geschäftsführender Gesellschafter und einer der Gründer.

„Die bisher angebotenen Preise für externes Research liegen teilweise über dem Provisionsumsatz, den die Brokerhäuser mit unseren Kunden gemacht haben“, ergänzt der zweite Gesellschafter und Gründer Jochen Knoesel. Der Vermögensverwalter erwarte durch den Verzicht von externem Research einen Kostenvorteil aus niedrigeren Provisionssätzen. Diese sollen den Angaben zufolge in voller Höhe den Anlegern zugutekommen.

Die Investmentboutique habe in den zurückliegenden Jahren verstärkt in hauseigenes Research investiert, in Form von Personal und Datenversorgung. Knoesel & Ronge ist auf Aktien von Unternehmen in Abfindungs- und Sondersituationen spezialisiert.

Externes Research, welches das Unternehmen zusätzlich von Brokern bezog, stellt nach Angaben des Vermögensverwalters bereits bisher lediglich eine Ergänzung dar. Letztlich legt Knoesel & Ronge Wert darauf, dass die externen Angebote komplementär zum eigenen Research sein müssen.