SAA Schrittweise Entwicklung einer strategischen Asset Allocation

Zahlen, Daten, Zahnräder

Zahnräder eines Uhrenwerks: Erst durch ein institutionell geprägtes Zahlenwerk lassen sich alle Risiken komplexer Vermögen überwachen und steuern. Foto: Imago Images / Lichtgut

Die Strategische Asset Allocati­on (SAA) eines Family Office ist das Lebenswerk einer Familie, das zum Teil über Generationen entstanden ist, erhalten und entwickelt wurde. Es atmet die Kultur und die Moral einer Familie, es bildet Ängste und Erwar­tungen an die Weltwirtschaft der kommen­den Jahre ab, und es geht bewusst Risiken ein, betritt nicht selten ganz neue Pfade. Oft fußt das Vermögen auf einer Familienverfassung, um seine Steuerungskanzel sitzen hocherfahrene Begleiter, die unter dem Blickwinkel verschiedener Diszipli­nen positiven Einfluss nehmen.

Und so emotional und höchstpersön­lich die Entwicklung einer solchen Vermögensstruktur auch sein mag, so falsch wäre es, sie allein auf bunte Zukunfts­bilder, verkäuferisch getrimmte Narrative und vertrauenserweckende Verheißungen zu fußen. Die SAA hat neben dieser psychologischen auch eine juristische, volks­wirtschaftliche, makroökonomische – und vor allem eine portfoliomathematische Dimension.

Schutz vor Interessenskonflikten

Bereits als angehender Finanzplaner lernt man, dass der neutrale Finanzplanungsprozess von der Besetzung der Asset­ Klassen und der Produktplatzierung strikt zu trennen ist. Das gilt insbesondere – und auch strikt personell – für die Ausgestaltung eines Family Office und der Strategischen Asset Allocation. Mit Befremden nimmt die Branche heute ei­nige laute Family­-Office-­„Berater“ wahr, über deren Eingangstür das Banner der Neutralität prangt. Dahinter wartet aber das geschäftlich offenbar notwendige Verkaufsregal, das sich den Anstrich ganz besonders exklusiver Zugänge zu feinen Finanzprodukten gibt.

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Die Praxis zeigt einerseits, dass sol­che Konstellationen dazu führen, dass die SAA dem Produkt folgt, und nicht umge­kehrt – der Kardinalfehler der SAA-­Kon­struktion. Zweitens sollte an die Stelle des vor Vertriebsfreude strotzenden ehemali­gen Bankers oder Fondsverkäufers nun ein Berufsbild auf den Plan treten, dem diese Attitüden tendenziell stark zuwider sind: der Treasurer eines institutionellen Großvermögens.

Familien können von diesen Architek­ten institutioneller Großvermögen nicht nur lernen, wie die eigene Familie vor Inte­ressenskonflikten und Produktplatzierun­gen durch die Hintertür geschützt werden kann. Darüber hinaus wissen diese Spezialisten, welche Daten und portfolioma­thematischen Instrumente dabei helfen, ein Vermögen präzise und individuell aus­zurichten. Sollte eine Familie sich dazu entschließen, einen Teil ihres Vermögens selbst durch eigene Mitarbeiter zu ver­walten, umfasst ein Regelwerk zum Aus­schluss von Interessenskonflikten auch den Schutz des Vermögens durch deren ungewollten Zugriff.