Weinkolumne von Oliver Morath für die Finanzwelt Rut und Wiess: Welcher Wein zum weihnachtlichen Festessen passt

Weinkolumne „Rut und Wiess“ von Oliver Morath

Weinkolumne „Rut und Wiess“ von Oliver Morath: Den perfekten Wein zum weihnachtlichen Festmahl? Gibt es nicht – weil die Bandbreite zwischen Wurst und Weihnachtsgans Raum für viele Weine bietet. Foto: Oliver Morath

Den Start muss natürlich das Festessen an Heiligabend machen, so kam die Steilvorlage von Malte Dreher für die erste Ausgabe von „Rut und Wiess“ an mich. Diesen Ball wollte ich natürlich direkt aufnehmen. Der erste Gedanke: prima, welch einfacher Start. Aber da tauchte auch schon das erste Problem auf – was ist eigentlich das Festessen an Heiligabend? Schnell habe ich mich daran gemacht, einige Damen und Herren aus unserer Branche zu interviewen. Das Resultat: Auf die Frage nach einem Festessen an Weihnachten gibt es nicht eine Antwort, sondern viele.

Der Wein für die Wurst

Bei Familie Wedler – Udo Wedler ist im Vorstand der Greiff Capital –  oder bei der Familie von Max Bock, seines Zeichens verantwortlich für den Bankenvertrieb bei der DWS, gibt es ganz klassisch Bockwurst mit Kartoffelsalat. Den beiden würde ich in jedem Fall einen Riesling aus dem Rheingau empfehlen, aber – nichts für Ungut – das ist wohl nicht das, was wir alle unter dem Begriff „Festmahl“ in Verbindung mit einem großen Wein verstehen. Ich bin mir sicher: Der folgt bei den beiden Gourmets Wedler und Bock einige Tage später.

Wein aus dem Sommer für den Winter.

Dann gab es in meiner kleinen Stichprobe Vorschläge für verschiedene andere Gerichte: Boeuf Bourguignon, Ossobuco oder Lammschmorbraten (Den hätte ich übrigens eher zu Ostern erwartet. Dies werde ich in einer späteren Ausgabe der Kolumne aber wieder aufnehmen. Manche von uns sind entweder Ihrer Zeit voraus oder hinken hinterher – Lamm zu Weihnachten?). In jedem Fall passt zu all diesen Gerichten ein schöner gereifter Barolo oder Brunello di Montalcino. Bitte achtet auch darauf: Eine Weinsoße wird nicht dadurch besser, dass man für sie einen billigen Fusel verwendet oder noch schlimmer den Korkwein von gestern. Eine Barolosoße heisst Barolosoße und sollte auch aus diesem hergestellt werden.

Viel Auswahl für und bei Fondue

Von einigen lieben Kollegen, meist mit Kindern, kam sehr oft: An Heiligabend machen wir am liebsten Fondue, das streckt den Abend und ist nicht so viel Aufwand. Hier finde ich die Weinempfehlung tatsächlich am schwierigsten, schließlich lässt sich ein Fondue so vielseitig zubereiten: Fleisch, Käse, mit Brühe, mit Fett, scharfe Soßen, Meerrettich, Kartoffeln,Brot, Nachos. Hier wäre meine Empfehlung: Trinkt, was Euch am meisten Spass macht, aber nicht die teuerste Flasche, die geht bei Fondue eh unter. Wartet, bis die Kinder im Bett sind und dann macht Euch einen schönen Festabend mit einem Amarone. Der rundet in jedem Fall ab. Teil 1 bis 3 von „Stirb langsam“ könnten dann ab 22 Uhr allerdings schwierig werden.