Risiken für Dax und S&P 500 Warum sich Teilschutzzertifikate lohnen könnten

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Verschuldung der US-Unternehmen droht zum Problem zu werden

Das heutige Problem ist, dass die Privatwirtschaft die niedrigen Zinsen der vergangenen Jahre genutzt hat, um kräftig neue Schulden aufzunehmen. Die Verbindlichkeiten der Firmen sind im zweiten Halbjahr 2018 auf den Rekord von 14,8 Billionen US-Dollar gestiegen – das ist annähernd das Fünffache gegenüber 1987. Damit sind die Schulden der Firmen auf den Rekord von 72,5 Prozent der Wirtschaftsleistung gestiegen, gegenüber 62,6 Prozent für 1999 und 69,9 Prozent für 2007. Wenn die Unternehmen wegen der steigenden Zinsbelastung die Investitionen drosseln sollten, würde das die Wirtschaft deutlich zu spüren bekommen.

Durch die zunehmende Verschuldung der US-Unternehmen hat sich das Anleihenvolumen für Unternehmen mit einem BBB-Rating, also der zweitniedrigsten Stufe im Investment Grade-Bereich, gegenüber 2008 mehr als verdreifacht auf den Rekord von 2,47 Billionen Dollar. Damit machen schwach bewertete BBB-Anleihen 49 Prozent der Papiere im Investment-Grade-Bereich aus –ebenfalls ein Höchstwert. 1993 lag der Wert bei nur 27 Prozent. Bei einer Konjunkturabkühlung dürften viele dieser Firmen in den Bereich High-Yield-Anleihen (Ramschanleihen) abrutschen, der ebenfalls schon kräftig auf 1,3 Billionen US-Dollar angewachsen ist.

US-Immobilien- und Autosektor sind unter Druck

Inklusive der Schulden der privaten Haushalte sind jene des privaten Sektors insgesamt seit 1987 von 5,9 Billionen US-Dollar auf den Rekord von 30,2 Billionen nach oben geschossen. Damit liegen sie bei knapp 150 Prozent der jährlichen US-Wirtschaftsleistung – das liegt zwar unter dem Niveau von 2007 (knapp 170 Prozent), allerdings deutlich über dem Schnitt früherer Jahrzehnte. Welchen Schaden der Zinsanstieg bereits angerichtet hat, zeigt, dass der Branchenindex der Hausbaufirmen S&P Homebuilders, in dem Unternehmen wie Pulte, Lennar und D.R. Horton enthalten sind, auf das niedrigste Niveau seit Dezember 2016 eingebrochen ist. Grund für diese Schwäche ist der Anstieg der Hypothekenzinsen auf ein Sieben-Jahres-Hoch.

Sollte es allerdings zu einer Krise auf diesem für die Konjunktur so wichtigen Sektor kommen, würde das die Gesamtwirtschaft erheblich belasten. „Der Häusermarkt ist ein Frühindikator: Er kann künftige Wendepunkte in der Wirtschaft anzeigen, ehe sie tatsächlich eintreten“, beobachtet Liz Ann Sonders, Investmentstrategin beim US-Broker Charles Schwab. Zudem belasten die steigenden Zinsen für Autokredite den Sektor erheblich, weshalb die Aktien von General Motors und Ford zuletzt kräftig eingebüßt haben.

S&P 500 ist hoch bewertet

Sollte sich die US-Wirtschaft im nächsten Jahr deutlich abkühlen, oder gar in die Rezession abgleiten, dürfte das den US-Aktienmarkt belasten, zumal er mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15,8 vergleichsweise hoch bewertet ist. Zwar ist er bei Weitem nicht so teuer wie Ende 1999 mit 24, allerdings liegt das KGV deutlich über dem Niveau von 14 von Ende 2017 und noch deutlicher über dem langjährigen Schnitt von 11 bis 12, der dem durchschnittlichen prozentualen Gewinnwachstum der Unternehmen entspricht – wie das Research-Haus FactSet errechnet hat. Zwar soll der erwartete Profit der S&P 500-Firmen in diesem Jahr um 20,3 Prozent besonders stark zulegen, für 2019 soll der  Wert laut FactSet auf 10,5 Prozent zurückgehen.