Risiken für Dax und S&P 500 Warum sich Teilschutzzertifikate lohnen könnten

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Steigende US-Zinsen sorgen für Zinsauftrieb im Rest der Welt

Die steigenden US-Zinsen bergen allerdings nicht nur für die US-Wirtschaft, sondern auch für den Rest der Welt ein erhebliches Risiko. Denn die Verschuldung ist in den vergangenen Jahren in den USA und im Rest der Welt kräftig angestiegen. Laut dem Branchenverband Institute of International Finance (IIF) sind die weltweiten Schulden, also von Staat, privaten Haushalten, Unternehmen und dem Finanzsektor, im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal um umgerechnet acht Billionen US-Dollar auf den Rekord von umgerechnet 247 Billionen US-Dollar gestiegen. Im Vergleich zur weltweiten Wirtschaftsleistung ist der Wert damit auf 318 Prozent geklettert. Ende September 2008, also kurz nach der Lehman Pleite, lag diese Zahl bei „nur“ rund 270 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Eines der Länder, das seit 2008 massiv Schulden angehäuft hat, ist China. Die dortigen Unternehmen haben das Geld verwendet, um ihre Kapazitäten kräftig auszubauen. So haben sich die Schulden Chinas, also von Staat, privaten Haushalten, Unternehmen und dem Finanzsektor, zwischen 2007 und 2017 auf umgerechnet 36 Billionen US-Dollar versechsfacht. Das sind knapp 300 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung – 2007 lag diese Vergleichszahl bei 170 Prozent. Sollte der Handelsstreit zu einer Konjunkturabkühlung führen, würde das viele Firmen und damit die Wirtschaft Chinas insgesamt schwer belasten.

Das wäre zudem ein enormer Risikofaktor für die Weltwirtschaft, war die chinesische Wirtschaft doch in den vergangenen Jahren eine der großen Stützen der Weltwirtschaft. Umso mehr kommt es darauf an, mit welchen Maßnahmen Regierung und Notenbanken versuchen werden, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Allerdings wächst damit die Gefahr, dass gleichzeitig die Bewertung am Immobilienmarkt weiter steigt. So kostet ein Quadratmeter eines Hauses in Peking derzeit umgerechnet mehr als 8.600 US-Dollar, gegenüber 580 Dollar im Jahr 2003. Die Herausforderung ist, dass die weltweiten Niedrigzinsen auch in vielen anderen Ländern für einen enormen Anstieg der Immobilienpreise gesorgt haben, etwa in Schweden, Großbritannien, Kanada und Australien.

Die genannten Zahlen zeigen, wie groß die Risiken für die Weltwirtschaft und damit den Aktienmarkt sind. Um zu verhindern, dass sich das Wachstum der Weltwirtschaft in den nächsten Quartalen abkühlt, wäre sicherlich eine Entspannung im Handelsstreit hilfreich. Und auch die Fed könnte für  Entspannung an der Zinsseite und damit an den Aktienmärkten sorgen. Für Aktionäre sind das sicherlich keine einfachen Zeiten. Hier könnte ein Blick auf Teilschutzzertifikate lohnenswert sein, die gerade in unruhigen Zeiten ihre Vorteile ausspielen können.