Risiken für Dax und S&P 500 Warum sich Teilschutzzertifikate lohnen könnten

Immobilienmesse in Peking: Derzeit kostet der Quadratmeter von Wohnimmobilien in Chinas Hauptstadt mehr als 8.600 US-Dollar, gegenüber 580 US-Dollar im Jahr 2003.  | © Getty Images

Immobilienmesse in Peking: Derzeit kostet der Quadratmeter von Wohnimmobilien in Chinas Hauptstadt mehr als 8.600 US-Dollar, gegenüber 580 US-Dollar im Jahr 2003. Foto: Getty Images

Matthias Hüppe, Leiter Derivatives Public Distribution bei HSBC

Nachdem der Dax und viele andere Märkte bereits seit einigen Monaten auf Talfahrt sind, ist zuletzt auch der S&P 500 eingeknickt. Manche Investoren befürchten, dass sich die Korrektur aufgrund der steigenden Zinsen und des immer noch nicht gelösten Handelsstreits zwischen den USA und China deutlich ausweitet. Wir wagen einen Vergleich der aktuellen Situationen mit den Situationen aus früheren Crash-Zeiten.

Das Börsenjahr 2018 ist schwierig. Der Dax notiert noch leicht im Minus und mehr als die die Hälfte der Dax-Unternehmen weisen in diesem Jahr bisher eine negative Kursperformance auf. Aktien von Continental, Deutsche Bank und Lufthansa sind nicht nur die größten Verlierer in diesem Jahr, sondern büßen mit einem Verlust von rund 40 Prozent kräftig ein. Da auch die in diesem Jahr so stabilen US-Aktienmärkte zuletzt korrigierten, stellen sich Anleger vor allem eine Frage: Dreht der S&P 500 nachhaltig nach unten, was für zusätzlichen Abwärtsdruck auf den Dax und viele andere Märkte sorgen würde? Für die Beantwortung dieser Frage werfen wir einen Blick auf wichtige Faktoren wie etwa Inflation, US-Zinsen, Verschuldung oder Bewertung und vergleichen diese mit den Jahren von früheren Crashs.

US-Inflation ist niedriger als früher

Die Analyse beginnt mit der Wirtschaft, hier spielt die USA eine bedeutende Rolle für den Rest der Welt. Steuersenkungen stützen eine ohnehin florierende US-Wirtschaft: die Arbeitslosenquote ist mit 3,7 Prozent auf ein 48-Jahres-Tief gesunken. Dennoch ist die Inflation mit aktuell 2,3 Prozent deutlich niedriger als in früheren Phasen eines Aufschwungs. Allerdings könnte die Inflation ab Anfang 2019 stärker steigen, weil zu dem Zeitpunkt die US-Strafzölle auf chinesische Güter im Wert von knapp 200 Milliarden US-Dollar von 10 Prozent auf 25 Prozent nach oben klettern.

Erster Handelskrieg seit den 1930er-Jahren

Schwerer als ein möglicher Inflationsanstieg wiegt bei vielen Investoren der Handelsstreit zwischen den USA und China. Diesen Konflikt haben die befragten Fondsmanager in einer monatlichen Umfrage der Bank of America Merrill Lynch als den größten Risikofaktor für die Weltwirtschaft bezeichnet. Damit hat diese Sorge die Rangliste der Risiken den dritten Monat in Folge angeführt. Da es einen Handelskrieg letztmals in den 1930er-Jahren gegeben hatte, ist der aktuelle Handelsstreit ein entscheidender zusätzlicher Belastungsfaktor im Vergleich zu den Crashs der Jahre 1987, 2000 und 2008.

Die Rolle der US-Notenbank bei den letzten Rezessionen

Als zweitgrößtes Risiko betrachten Investoren laut der Umfrage der Bank of America die Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed. Sie will bis zum Jahresende die Leitzinsen ein weiteres Mal anheben, 2019 sollen drei Erhöhungen folgen. Fed-Chef Jay Powell sagt, er wolle ein Überhitzen der Wirtschaft und einen Inflationsanstieg verhindern und daher weiter an der Zinsschraube drehen. Daher sind nicht nur die Leitzinsen deutlich gestiegen, auch die Renditen für zehnjährige US-Anleihen kletterten auf ein Sieben-Jahres-Hoch bei über 3,25 Prozent. Damit nimmt allerdings auch die Gefahr zu, dass die Zinsen die hochverschuldete US-Wirtschaft belasten und möglicherweise in eine Rezession abgleiten lassen. 1987 und in den Folgejahren war es trotz des Crashs am „Schwarzen Montag“ vom 19. Oktober 1987 zu keiner Rezession gekommen, weil der damalige Fed-Chef Alan Greenspan als Reaktion auf den Einbruch die Zinsen von 7,5 Prozent auf 6,75 Prozent gesenkt und damit die Wirtschaft sowie den Aktienmarkt stabilisiert hatte. Allerdings war die Fed mit ihren Zinserhöhungen zwischen 1999 und 2000 von 5,0 auf 6,5 Prozent ebenso wie mit den Erhöhungen zwischen 2004 und 2006, als die Leitzinsen von 1,25 Prozent auf 5,25 Prozent angehoben wurden, an den darauf folgenden Rezessionen nicht unschuldig. Beim ersten Mal haben die Anhebungen die Technologie-, Medien-, und Telekom-Werte zum Abstürzen gebracht, beim zweiten Mal im Jahr 2008 folgte der Kollaps am Immobilienmarkt.