Marktkommentar Volatilität im Tiefflug

Marktkommentar: Volatilität im Tiefflug | © Getty Images

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Volatilität ist ein Angstfaktor für einige Investoren, andere sehen im Auf und Ab vor allem Einstiegschancen. Volatilität ist aber auch eine Asset-Klasse. Hierbei geht es nicht um die realisierte Volatilität, also nicht um die tatsächlich erfolgten Schwankungen, sondern um die erwartete Schwankungsbreite. Diese implizite Volatilität ist investierbar, zum Beispiel über ETFs auf Volatilitätsindizes oder über Volatilitäts-Fonds, wie den auf die Eurozone fokussierten Amundi Funds Absolute Volatility Euro Equities oder den globalen Amundi Funds Absolute Volatility World Equities.

2016: Niedrige Volatilität, aber hohe Zuflüsse

2016 war ein durchwachsenes Jahr für Volatilitäts-Investoren. Gleich zu Jahresanfang keimten Sorgen um China und die Weltwirtschaft auf. „Die Spitze für die einjährige Volatilität haben wir 2016 Anfang Februar gesehen“, sagt Eckhardt. Das Brexit-Votum war trotz des überraschenden Ausgangs eine Enttäuschung aus Volatilitäts-Investoren-Sicht. Nicht einmal die Februar-Werte wurden erreicht, auch nicht nach der Wahl von Donald Trump. „Die Marktteilnehmer kannten die Risiken und haben sich entsprechend abgesichert. Die höchsten Ausschläge bringen die nichtvorhersehbaren Ereignisse“, so Eckhardt. Dennoch war die Unsicherheit 2016 relativ hoch und nicht nur die Amundi-Fonds verzeichneten hohe Zuflüsse bis ins dritte Quartal.

Seit Jahresanfang ist die Volatilität im Tiefflug. „Für den Euro Stoxx 50 sank sie in den ersten anderthalb Monaten des Jahres nochmals um 140 Basispunkte. Noch niedriger ist sie in den USA“, so Eckhardt. Das liege aber nicht nur an der Stimmung, sondern habe auch technische Gründe: „Die Indexvolatilität setzt sich zusammen aus der Volatilität der Einzelwerte und den Korrelationen zwischen diesen Einzelwerten. Nach dem Wahlsieg Trumps hat es eine starke Sektorrotation gegeben. Damit einhergehend sind die Korrelationen zwischen den Sektoren und den einzelnen Aktien auf ein Acht-Jahres-Tief gesunken. Und damit ist auch die Volatilität des Index gefallen, obwohl die Volatilität der Einzelwerte sich kaum verändert hat.“

Entwicklung der impliziten Ein-Jahres-Volatilität
Entwicklung der impliziten Ein-Jahres-Volatilität
hellblau: einjährige implizite Volatilität Euro Stoxx 50
dunkelblau: einjährige implizite Volatilität global (50% S&P 500, 30% Euro Stoxx 50, 20% Nikkei 225)
Quelle: Amundi

 

2017: Aktuelles Volatilitätsniveau bietet viel Potenzial nach oben

Für den Rest des Jahres rechnen die Amundi-Experten zwar nicht mit einer radikalen Änderung des Volatilitäts-Bilds, sondern eher mit einer Seitwärtsentwicklung. „Wir erwarten aber immer wieder zwischenzeitliche Volatilitäts-Sprünge, sei es durch die anstehenden Wahlen in Europa, durch sich ändernde Makro-Faktoren oder durch die Zentralbankpolitik“, so Eckhardt.

Und wenn sich die Volatilität bewegt, können die Fondsmanager auch Gewinne erwirtschaften. „Unsere Erwartungen haben wir für 2017 dennoch etwas zurückgeschraubt auf eine Bruttorendite zwischen 1 und 5 Prozent“, sagt Eckhardt. Durch die derzeit niedrigen Volatilitäts-Niveaus gibt es jedoch viel Potenzial nach oben.

Neben den Renditechancen bleibt der Diversifikationseffekt, falls die Aktienmärkte stark einbrechen. In schwierigen Börsenphasen schneiden die Fonds in der Regel gut ab und bringen etwas Ruhe ins Portfolio.