FvS-Stratege zum Zollstreit Es geht für USA und China um den Status als Supermacht

Philipp Vorndran: „Unseres Erachtens wird China diesen Konflikt für sich entscheiden.“ | © Hipp/Scholtysik

Philipp Vorndran: „Unseres Erachtens wird China diesen Konflikt für sich entscheiden.“ Foto: Hipp/Scholtysik

In vielen Gesprächen werde ich derzeit gefragt, ob der Zollstreit zwischen den USA und China ein Grund zur Sorge sei. Sorgen, antworte ich dann, müssen wir uns um viele Sachen im Leben machen. Aber: Müssen wir uns auch Sorgen machen um das Hin und Her von Strafzöllen zwischen den USA und China? Da bin ich mir nicht sicher – es erscheint mir zu kurz gesprungen. Wir sollten uns vielmehr Sorgen darum machen, dass wir uns in den nächsten zehn bis 20 Jahren in einem langwierigen Konflikt zwischen den USA und China befinden. Und da geht es nicht um ein paar Prozentpunkte Zoll auf Sojabohnen, sondern darum, wer künftig den Supermachtstatus in der Welt erringt. Unseres Erachtens wird China diesen Konflikt für sich entscheiden. Ich glaube, dass diese Erkenntnis auch in den USA reift.

Nadelstiche der USA

Und natürlich macht man sich deshalb in den USA in den großen Think Tanks, in denen politische Trends analysiert und geformt werden, Gedanken, wie sich der Prozess des Übergangs von einer Supermacht zur anderen zeitlich strecken lässt. Die USA haben sehr klar erkannt, dass Chinas Wirtschaft sich derzeit in einer fragilen Transformationsphase von einer produktionslastigen Volkswirtschaft hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft befindet. Und genau an diesem Punkt setzen die USA mit ihrer Zollpolitik gezielt Nadelstiche – nicht um den Handel zu behindern, sondern um im Kampf um den Supermachtstatus Zeit zu gewinnen.

Es geht um den Status als Supermacht…

Als Investoren müssen wir deshalb darauf achten, dass wir diese kurzfristigen Nadelstiche nicht größer machen als sie sind. Wer den zugrundeliegenden Konflikt zwischen den USA und China ausblendet und sich nur auf kurzfristige Deals wie den Verhandlungen zu einem Zollabkommen fokussiert, der dürfte auch in Zukunft mit schöner Regelmäßigkeit auf dem falschen Fuß erwischt werden. Denn ich bin mir sicher: Selbst wenn jetzt ein Deal zwischen den USA und China gelingt – in ein paar Monaten dürfte es wieder neuen Streit zwischen den beiden Ländern geben. Wir erinnern uns: Es geht langfristig um den Supermachtstatus, nicht um Zölle.

… und Deutschlands wirtschaftliche Zukunft

Viel wichtiger aus Investorensicht ist doch die Frage, was der langfristige Konflikt für die Weltwirtschaft und vor allem für Deutschland bedeutet. Gerade für unsere exportorientierte Volkswirtschaft bleibt China der relevante Faktor. Wer Flossbach von Storch kennt, weiß, dass wir den deutschen Aktienindex Dax gerne als „Optionsschein auf China“ bezeichnen. Solange es China gut geht, geht es auch der deutschen Wirtschaft gut. Sollte China tatsächlich ein ökonomisches Problem bekommen, dann sieht es schlecht aus für die Weltwirtschaft und Deutschland. Während es den USA im Handelsstreit vor allem um den Erhalt des Supermachtstatus geht, geht es für Deutschland um die wirtschaftliche Zukunft. Das sollten Anleger bei ihrer langfristigen Strategie berücksichtigen. Es geht nicht darum zu schauen, ob ein Unternehmen vorübergehend von Zöllen betroffen ist. Es geht darum zu prüfen, wie ein Unternehmen langfristig in einer sich wandelnden Weltwirtschaft aufgestellt ist.

 

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