Bewertungskriterien von Schwellenländeranleihen Gesunder Mix aus quantitativen Modellen und qualitativen Bewertungen

Blick auf den Río de la Plata in Buenos Aires. Lateinamerika zählt zu den wichtigsten Anlageregionen des Danske Invest Emerging Markets Debt Hard Currency Fonds. | © Pixabay

Blick auf den Río de la Plata in Buenos Aires. Lateinamerika zählt zu den wichtigsten Anlageregionen des Danske Invest Emerging Markets Debt Hard Currency Fonds. Foto: Pixabay

In den letzten Jahren lagen die Zinsen in Ländern wie Deutschland, Dänemark oder in den USA auf historischen Tiefständen. Nicht zuletzt deshalb nahmen viele Anleger alternative Anlageklassen, die eine höhere erwartete Mehrrendite bieten, ins Visier. Dazu gehören auch Schwellenländeranleihen, die bei vielen professionellen Investoren bereits einen festen Teil des Portfolios ausmachen.

Auch wenn die Schwellenländer insgesamt eine deutlich niedrigere Schuldenquote und bessere Haushalts- und Zahlungsbilanzen haben als die OECD-Mitgliedsstaaten, erzielten Schwellenländeranleihen in den letzten Jahren im Vergleich zu US-amerikanischen Staatsanleihen eine durchschnittliche Mehrrendite von über drei Prozent. Zudem können die Papiere dazu beitragen, die Risikodiversifizierung im Portfolio zu erhöhen.

Die Risiken bei Schwellenländeranleihen

Doch das überdurchschnittliche Renditepotenzial hat auch seinen Preis. Da sich die Schwellenländer aus finanziellen, politischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten in einem niedrigeren Entwicklungsstadium befinden, ist bei Investitionen das Risiko höher. So sind manche Länder sehr anfällig für die Entwicklung der globalen Rohstoffpreise. In anderen Staaten herrscht dagegen große politische Unsicherheit.

Der größte Risikofaktor ist jedoch das Kreditrisiko. Denn es besteht die Gefahr, dass die Anleiheemittenten irgendwann nicht mehr in der Lage sind, ihren Zahlungsverpflichtungen in Form von laufenden Zinsen oder der Rückzahlung der Anleihen nach Ablauf nachkommen zu können.

Bedeutung des Liquiditätsrisikos in einer Finanzkrise

Ein weiterer bedeutender Faktor ist das Liquiditätsrisiko. Viele Schwellenländeranleihen werden in kleineren Stückzahlen gehandelt. Eine niedrige Liquidität kann bei einer Finanzkrise zum Problem werden, da ein Verkauf der Anleihen dann schwierig wird.

In Krisensituationen an den Finanzmärkten ist es außerdem normal, dass sich der Renditeunterschied zwischen den sichersten und den unsichersten Zinspapieren ausweitet. Das bedeutet, dass Besitzer von Schwellenländeranleihen, die im Allgemeinen als weniger sicher gelten, kurz- oder auch längerfristig einen verhältnismäßig großen Kursverlust im Vergleich zu Staatsanleihen aus den Industrienationen riskieren.

Die Bewertungskriterien im Auswahlprozess

Um diese Risiken gut bewerten zu können, steht hinter dem ein umfassender Auswahlprozess für das Portfolio.

Zunächst erstellt das Fondsmanagement-Team eine volkswirtschaftliche Analyse, um einen Überblick über die zahlreichen Länder und Anlagemöglichkeiten zu bekommen. Anhand von komplexen mathematischen Modellen, die auf makroökonomischen Daten basieren, werden Chancen und Risiken berechnet. Da jedoch nicht alle Faktoren gemessen werden können, ergänzt das Team diese quantitativen Modelle mit qualitativen Bewertungen der einzelnen Länder und Unternehmen.

Dabei spielt die Beurteilung der politischen Risiken eine große Rolle. Ein Bewertungskriterium ist beispielsweise der Reformwille, da er positive Auswirkungen auf das Geschäftsklima eines Landes haben kann, was wiederum der Wirtschaft des Landes zugutekommt.

Unter- oder Übergewichtung – die Gründe

Nach einer umfassenden Risikoeinschätzung der einzelnen Länder vergleicht das Portfoliomanagement-Team im nächsten Schritt das Risiko mit der aktuellen Bewertung der Anleihen am Markt. Als Maßstab dienen US-amerikanische Staatsanleihen. Verspricht ein bestimmtes Schwellenland im Verhältnis zur Risikobewertung des Teams eine hohe Mehrrendite, wird das entsprechende Land im Portfolio übergewichtet. Ist dagegen die Mehrrendite nach Ansicht des Teams zu gering, wird untergewichtet, um das Risiko zu kompensieren. Ziel dieses aktiven Management-Ansatzes ist die Konstruktion eines Portfolios, das eine überdurchschnittliche Rendite für seine Anleger generiert.