Unternehmensanleihenfonds Ampega Investment „Wir wollen ein Goldilock-Szenario haben“

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Herr Prella, seit 2009 hat Ihr Fonds ein neues Research-System. Wie blicken Sie seitdem auf Unternehmensanleihen?

Marcus Prella: Der Unternehmensanleihe-Fonds hat nach der Finanzkrise 2008/2009 ein neues Bild bekommen. Es wurde ein reiner Unternehmensanleihe-Fonds aus diesem Fonds kreiert. Und zum anderen haben wir seit 2009 bis dato einen neuen Investmentprozess aufgesetzt. Dieser setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen: zum einen aus einem Top-down-Ansatz, zum anderen aus einem Bottom-up-Ansatz. 

Erklären Sie bitte den Top-down-Ansatz.

Marcus Prella: Der Top-down-Ansatz ist ein Ansatz, wo wir versuchen herauszufinden, ob wir uns in einer Situation befinden, wo wir mehr oder weniger Risiko in den einzelnen Fonds eingehen können. Hierzu werden verschiedene volkswirtschaftliche Faktoren untersucht. Aber auch einzelne Fixed Income Assetklassen an sich werden angeschaut, ob diese in diesem Rahmen positiv oder negativ performen würden.

Wie sieht der Bottom-up-Ansatz aus?

Marcus Prella: Der Bottom-up-Ansatz ist ein Ansatz, der sich auf das einzelne Unternehmen fokussiert. Dabei schauen wir diverse Faktoren an, sei es qualitative als auch quantitative Faktoren, die wir dann hinterher in einem sogenannten Ampega Unternehmens-Scoring zusammenfassen. Diese Faktoren können Bilanzkennziffern sein. Aber es sind auch solche Sachen wie M&A-Aktivitäten oder ob es in der Vergangenheit irgendwelche Wechsel im Management gegeben hat.

Wie sieht denn für Sie die ideale Volkswirtschaft zum Investieren aus?

Marcus Prella: Für Unternehmensanleihen ist es so, dass wir ein Goldilock-Szenario haben wollen. Das heißt also, wir befinden uns in einer Situation, wo wir niedrige Inflationsraten in einer Volkswirtschaft haben und zum anderen nur ein geringes Wachstum zwischen 0 und 2 %. Denn hier entwickelt sich dann der Unternehmensanleihemarkt am besten.

Warum genau dann?

Marcus Prella: Weil dann hier die Verschuldung für die einzelnen Unternehmen weiterhin gering sein wird. Denn sie können nicht großartig expandieren. Es gibt keine große Nachfrage für die einzelnen Produkte in den einzelnen Ländern. Denn man kann ja nur expandieren, indem man entweder intern oder extern Geld generiert. Und das wäre natürlich für die Verschuldung der einzelnen Unternehmen schlecht, wenn man dann mehr und mehr Kredite aufnimmt. Das würde die Kreditwürdigkeit der einzelnen Unternehmen verschlechtern.

Zum Ausfallrisiko von Anleihen: Darf es lieber etwas mehr oder lieber etwas weniger sein?

Marcus Prella: Wir sind ein sehr konservatives Haus und von daher wohl etwas weniger von dem Risiko. Trotz alledem beschränken wir uns nicht nur auf den Investment-Grade-Bereich, sondern wir mischen auch Hochzinsanleihen aus dem BB-Segment dazu. Das steigert natürlich zum einen die Performance und zum anderen hat der Anleger auch ein höheres Ausschüttungspotenzial. Damit ist natürlich aber auch ein höheres Risiko verbunden.

Nun haben Sie ja in Ihrem Fonds auch ein Sicherungskonzept. Was sichern Sie ab, wenn welche Risiken eintreten?

Marcus Prella: Wir sichern hier zwei Szenarien ab: Zum einen versuchen wir entweder das Ausfallrisiko zu minimieren, das heißt also, ob ein Unternehmen in die Insolvenz geht. Und zum anderen versuchen wir aber auch, den Ertrag des Anlegers zu glätten, das heißt also, wenn hier Marktschwankungen auftreten, versuchen wir diese zu minimieren.