Verbessertes Umfeld Wie deutsche Investoren von der US-Steuerreform profitieren

Dr. Oliver von Schweinitz: Der Partner der Wirtschaftskanzlei Grützmacher Gravert Viegener listet die künftigen Vorteile für US-Investments. | © Grützmacher Gravert Viegener

Dr. Oliver von Schweinitz: Der Partner der Wirtschaftskanzlei Grützmacher Gravert Viegener listet die künftigen Vorteile für US-Investments. Foto: Grützmacher Gravert Viegener

Bis zum Jahresende soll der Entwurf für eine weit reichende Steuerreform in den USA beschlossen werden. Ihr Kern ist, die Unternehmenssteuern in etwa zu halbieren auf dann 20 Prozent, die Abschreibung auf Investitionen zu erleichtern und den Kinderfreibetrag zu verdoppeln auf 2.000 Dollar.

Für deutsche Investoren könnten Engagements in den USA um einiges reizvoller werden, sobald die Reform in Kraft ist:

  • die Rückführung von Schachteldividenden in die USA ist ab 10 Prozent steuerfrei,
  • der Freibetrag für Erbschaften steigt auf 10 Millionen Dollar,
  • die Einkommensteuer für betriebliche Einkünfte wird auf maximal 25 Prozent begrenzt.

Allerdings müssen Investoren künftig auch eine Reihe von Neuerungen im Auge behalten, die belastend sind:

  • Ausgaben für Zinsen für die Finanzierung von Eigenheimen sind nur noch eingeschränkt abzugsfähig,
  • Innerhalb von Konzernen werden Zinsabzüge begrenzt. Das ist vergleichbar mit der deutschen Zinsschranke und dem OECD-BEPS-Entwurf.

Die innenpolitische Debatte der USA

Die erheblichen Kosten der Reform von 1.400 Milliarden Dollar für den Haushalt der US-Regierung sollen durch ein entfesseltes Wirtschaftswachstum wieder hereinkommen. Bewirken soll das Gesetzesvorhaben zudem, dass amerikanische Konzerne Gewinne wieder in der Heimat versteuern, statt sie im Ausland zu verstecken.

Umstritten ist die Reform unter anderem, weil ungewiss ist, ob die Reform die Wirtschaft wie gewünscht belebt und die erwarteten Einnahmen tatsächlich bringt. Außerdem stört es die Reformgegner, dass die Vergünstigungen für die Einkommensteuerzahler wegen neuer Belastungen nach zehn Jahre nicht mehr greifen, während die Erleichterungen für die Unternehmen von Dauer wären.

Im Senat ist ein Reformentwurf inzwischen angenommen worden, im Abgeordnetenhaus haben die Republikaner zwar eine komfortable Mehrheit, allerdings werden dort weitere Änderungen diskutiert, etwa die Senkung des Höchstsatzes für die Einkommensteuer. Danach muss die Reform erneut durch den Senat, wo die republikanische Mehrheit in Kürze auf eine Stimme sinken wird, weil die Demokraten die außerordentliche Senatswahl in Alabama überraschend gewonnen haben.