Kleine und mittlere Anbieter unter Druck McKinsey warnt europäisches Private Banking

Die McKinsey-Studie zum europäischen Private Banking erscheint seit dem Jahr 2002.   | © McKinsey

Die McKinsey-Studie zum europäischen Private Banking erscheint seit dem Jahr 2002. Foto: McKinsey

McKinsey schlägt Alarm: Die Unternehmensberatung sieht nur einen Bruchteil der europäischen Private-Banking-Anbieter gut aufgestellt, während der Druck auf die Masse der Marktteilnehmer weiter zunimmt. Grundlage dieser Warnung ist eine Studie, für die McKinsey die Verantwortlichen von 113 Banken in Europa befragt hat.

Verzeichneten die Institute 2017 demnach noch kumulierte Gewinne von 15,4 Milliarden Euro, gingen diese vergangenes Jahr deutlich um 8 Prozent auf 13,5 Milliarden zurück. Zugleich stiegen die Frontoffice-Kosten in den vergangenen fünf Jahren laut Studie jährlich um 2 bis 3 Prozent, auch die Kosten der Backoffices zogen weiter an.

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Lediglich 11 Prozent der Anbieter stemmen sich laut Studie gegen diesen Trend und können mit einem verbesserten Kosten-Ertrags-Verhältnis (Cost-Income-Ratio), steigenden Kundenzahlen und Nettomittelzuflüssen glänzen.

Dabei sind große Anbieter gegenüber kleinen und mittleren klar im Vorteil. So verwalten 80 Prozent der gut aufgestellten Institute jeweils mehr als 10 Milliarden Euro. Noch deutlicher wird der Größenvorteil mit Blick auf die Margen: Sie sanken bei Anbietern mit weniger als 10 Milliarden Euro Assets under Management von 7 Basispunkten im Jahr 2014 auf aktuell einen Basispunkt. Banken mit mehr als 30 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen konnten ihre Margen im selben Zeitraum hingegen von 39 auf 40 Basispunkte leicht steigern.

Um ihr Verhältnis von Aufwand und Ertrag zu verbessern, rät McKinsey kleinen und mittleren Anbietern zur Zusammenarbeit: Beispielsweise könnten gemeinsam betriebene Technologieplattformen die Kosten der Digitalisierung senken und durch neue Dienstleistungen für Wachstum sorgen.


Über die Studie:

Für die Studie „European Private Banking: An inescapable call for action“ hat die Unternehmensberatung McKinsey Angaben der Private-Banking-Verantwortlichen von 113 Banken ausgewertet, darunter Private-Banking-Einheiten von Universalbanken (32 Prozent), Offshore-Privatbanken (27 Prozent), Private-Banking-Einheiten ausländischer Unternehmen (24 Prozent) und unabhängige Boutiquen (18 Prozent).